Klappe auf!

Lang genug geschwiegen: Unter der Trockenhaube, auf der Physioliege, am Gartenzaun oder in der Sauna. Was gesagt werden muss, muss gesagt werden.

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Ich bin nicht auf den Mund gefallen, aber dafür schweige ich ganz oft.  In der Bahn, wenn einer einen rassistischen Spruch abdrückt oder beim Friseur, wenn der Typ neben mir pauschal alle als Sozialschmarotzer bezeichnet. Ich schweige. Aus Angst eine auf’s Maul zu bekommen oder mich auf eine Diskussion einlassen zu müssen. Das ist nicht die Lösung. Gerade geht die bisher oft schweigende Mehrheit auf die Straße. Bekennt sich zu einer Gesellschaft, die für die Demokratie steht, die Menschen nicht ausgrenzen und dem Rechtsextremismus keine Chance geben will. Ich muss lernen auch im Kleinen meinen Mund aufzumachen. Dabei reicht es schon, wenn ich vielleicht sage: „Diese Meinung teile ich nicht, das ist menschenfeindlich.“ Oder erzähle, wie es meinen Großeltern als Sozialdemokraten unter den Nazis erging. Sehr schlecht! Oder einfach mal frage: „Was können Sie eigentlich dafür, dass sie in einem so reichen Land wie Deutschland geboren wurden?“, „Und was sind ihre konkreten Vorschläge?“ Gerade als Christin darf ich nicht schweigen. Denn ich glaube, dass vor Gott alle Menschen gleich sind.