Linde Worte – was?

Da werde ich schon aggressiv, wenn ich das nur höre: Linde Worte!

2 Kommentare
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Es betrifft ein wahnsinnig spannendes Thema und ein hochaktuelles Thema, was im Beitrag behandelt wird: „Wie gehe ich mit diesen nervigen Sachen um“, die mich aus dem Gleichgewicht schmeissen und so richtig doof sind, weil sie mich ordentlich getroffen und verletzt haben? und ich gleichzeitig auch dankbar bin, dass nicht ich Verantwortung habe für meine scheiss Gefühle gerade, sondern der „Angriff“ verantwortlich gemacht werden kann.
    Das Thema ist hochkomplex im psychologischen Bereich.
    Soll ich dem „Gegner“ sagen: Du hast mich verletzt?
    Soll ich es dem Gegner mit gleicher Münze heimzahlen?
    Soll ich es wegschlucken und auf Zeit setzen: In 2 Stunden ist es eh nicht mehr relevant?
    Soll ich meine inneren Gefühle erst nehmen?
    Ein Tip: Sich eher als Beobachter der eigenen Gefühle sehen, als als Betroffener/Betroffene.
    Zweiter Tip: Grundsätzlich den Ball nicht höher zurück spielen, als er gekommen ist. Man kann sich dabei das Tennis-Spielen bildlich vorstellen: Es sollte mir gelingen, den Ball flach zurückzuspielen, denn ein hoher Ball lässt sich im Spiel leichter gefährlich zurückschmettern oder der noch höhere Gegenball landet blöderweise im AUS (zum eigenen Nachteil).
    Neuste Feststellung von mir: Es kommt auch darauf an, nicht nur Sonder-Gegenmassnahmen zu beherrschen, sondern zu erkennen: Ah, Mist, jetzt, Sonder-Situation!
    Ich sollte lernen, dass man in der Sonder-Situation die Wahlmöglichkeit hat und nicht zwangsweise so handeln muss, wie der andere es herbeiprovoziert (z.B. Hass erzeugt gegen-Hassen).
    Für die Schnelligkeit ist es besser, zack-zack gegenreagieren zu können (was man Schlagfertigkeit nennt).
    Für das Frieden-schaffende in dieser Welt: Ja, dazu bin ich befreit, es einzubringen in diese Welt. Oft mit Leiden verknüpft, bis ich die „Linde Antwort“ parat habe für mein Gegenüber.
    Dritter Tip: Frieden nonverbal ausstrahlen. Aber Vorsicht: Theaterspielchen werden vom Gegner dabei schnell erkannt! Es muss auch ein gebender Frieden für alle sein und kein ausschliesslicher selbstgefällig dargestellter Friede.
    Ausschliesslicher selbstgefälliger Ausstrahl-Friede bringt andere auf die Palme!

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    • Eberhard K. aus BW
      Eberhard K. aus BW sagte:

      Wow, das war ja ein Schnellkurs in Konfliktbewältigung.
      In vielen stimme ich dir zu, Joachim, insbesondere, dass es ein wichtiges Thema ist, das vermutlich alle Generationen der Menschheit betroffen hat und betrifft.

      Ich persönlich habe viel zu lange „weggeschluckt“ und mir mittlerweile bei einem „Angriff“ oder einer kritischen Situation eine einfache Strategie angeeignet, mit der ich ganz gut zurecht komme:
      –> Ruhe bewahren –> zweimal tief durchatmen –> dann Judo-Technik, also abfedern, meist mit einer Frage wie „Wie meinst du das?“ o.ä.

      Deinen Hinweis, dass Theaterspielchen schnell entlarvt werden können, finde ich hilfreich, daran muss ich mal weiterdenken.

      An Anja gerichtet:
      Es tut so gut, wenn du und auch deine radio-M KollegInnen in den Andachten euer ganz persönliches Erleben einbezieht, das schafft eine große Nähe, vielen Dank dafür.

      Zu der Mail, die du von „Gottes irdischen Helferlein“ erhalten hast: Mich beschäftigt zur Zeit die Frage, inwieweit das Zitieren von Bibelversen – oft aus dem Zusammenhang herausgerissen – überhaupt hilfreich ist. Da kann sehr schnell der erhobene Zeigefinger mitschwingen, und das steht uns m.E. überhaupt nicht zu.

      Und zum Schluss noch eine kleine Rückmeldung an radio-m: Wir haben gestern im Hauskreis den „Kleinen Gottesdienst“ vom Sonntag zum Thema Hausbau gemeinsam angehört und dann anhand von LEGO-Bausteinen das Thema vertieft, war sehr hilfreich und anschaulich.

      Antworten

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Eigentlich… Ja, wenn es mit eigentlich anfängt? Eigentlich habe ich meist großes Verständnis für meine Mitmenschen. Eigentlich versuche ich mein Gegenüber zu verstehen. Aber eigentlich, fahre ich manchmal ganz schön aus meiner Haut, wenn mich ein anderer nervt, die Arbeit nicht sieht oder mich durch Worte verletzt, am besten gekonnt nebenbei. Boh! Ich könnte dann… Wenn Gott mir nicht dazwischenfunkt. So wie neulich. Schreibt er mir eine Mail bzw. seine irdischen Helferlein. Darin standen Worte aus der Bibel: „Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort erregt Grimm.“ „Ja, vielleicht will ich jetzt gerade den Grimm, den Ärger?!“, denke ich mir noch ziemlich wütend. Nach kurzem Durchatmen spüre ich: Nein, Ärger will ich eigentlich nicht. Aber was ist bitteschön eine linde Antwort? Das verrät mir der Bibeltext dann auch noch: Eine linde Antwort besteht aus heilsamen Worten. Worte, die den Wunsch in sich tragen, die Situationen nicht noch zu befeuern, sondern gut zu klären. Da kann ich nur bitten: „Guter Gott, hilf mir diese Worte immer wieder zu finden“.