Macht Sinn!

„Das macht Sinn!“ Sagen wir. Aber können wir Sinn machen?

1 Kommentar
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  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Ein Mensch sagt, nach dem Zuhören: „Das macht Sinn“. Der Erzählende bekommt das Feedback: Ich habe durchaus mitgedacht, während Du geredet hast und das, was Du sagst „macht Sinn“, also ein positives Feedback. Im Gegensatz dazu könnte jemand sagen: Das macht wenig Sinn. Oder: Das macht keinen Sinn.
    Gestern in der Kirche sagte mir jemand. Eine solche Sprache zu wählen («Diese eine Person wälzte sich in negativen Gefühlen, wie die Wildsau im Dreck», sagte ich damals), wie sie ich gewählt habe, führt zu nix (Mein Gesprächspartner sagte, dass das zu nix führt. Dann erzählte er seine Lebensgeschichte und ich verstand das «nix» (aus seiner Sicht).).
    Ich konterte und sagte, dass die Sprachformulierung «nix» ja gar nicht stimmen kann, also um beim Thema zu bleiben, wenig Sinn ergibt. Denn, so konterte ich: Selbst wenn ich mich in der Sprachformulierung vergriffen hätte und es aus seiner Sicht meinetwegen ein Tabubruch ist, das Verhalten eines Menschen mit einer Wildsau zu vergleichen, so kann er noch lange nicht von «nix» reden, denn ich gab ihm trotzdem die Info, dass ich darunter leide, dass diese eine Person das macht.
    Was mein Gegenüber hätte machen können: Statt auf die Worte zu hören, die ihm nicht passen (Wildsau, sich im Dreck wälzen), hätte er versuchen können, das zu verstehen, was ich ausdrücken will. Ich glaube, dass solche Sachen über Sympathie entschieden werden, auf was man hört. Ich erlebte schon so fürchterlich schlechte Predigten von einem «Anfänger», dass ich dachte: Hey, wer jetzt nicht merkt, dass das eine Sackgasse ist, es also mit dieser Prediger-Person keinen Sinn macht, der hat Wahrnehmungs-Störungen. Glatt ging die Frau des früheren Gemeindepastors ans Mikrophon und betonte, was Tolles sie aus der Predigt ziehen konnte. Der junge Mann war gerettet. Sympathie eben.
    Was gefährlich ist in der Christen-Szene: Man spricht gerne von schwarz/weiss: Gerettet sein oder verloren sein, auferstanden oder nicht auferstanden, richtig oder falsch, gläubig oder ungläubig. Die menschliche Realität ist ganz anders in vielen Sachen: Nehmen wir das Beispiel gläubig sein: Wie gläubig ist denn ein Mensch? Ich nehme dazu die %-Zahlen zu Hilfe. Beispiel: Ich glaube zu 80%, dass Jesus auferstanden ist und es sich so zugetragen hat, wie es in der Bibel steht. Ich glaube zu 90%, dass Jesus auferstanden ist. Aber da könnte jemand sagen: Das macht keinen Sinn. Wenn es nicht 100% sind, macht es keinen Sinn.??
    Und es macht nur zu 30% Sinn, dass Gott sich schon einen Vor-Plan gemacht hat, den ich finden soll. Ich glaube zu 70%, dass Gott immer flexibel auf das reagiert, was gerade ist.

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„Das macht Sinn!“ Wann immer ich das jemanden sagen höre, schreit eine Stimme in meinem Kopf: Was für ein Unsinn! Diese Formulierung kommt aus dem Englischen. Übersetzt man jetzt aber das Englische: „to make sense“ wortwörtlich ins Deutsche, führt das dazu, dass wir behaupten wir könnten Sinn machen. Ich gebe zu, vor nicht allzu langer Zeit habe ich das selbst gerne behauptet. Bis ein Freund mich drauf aufmerksam gemacht hat. Jetzt kann ich nicht mehr darüber hinweghören! Denn Sinn lässt sich nicht machen! Sinn ergibt sich. Leicht daran zu erkennen, dass wir meist den Sinn einer Begebenheit oder sogar unseres Lebens erst im Nachhinein erkennen. Dieser ist aber längst da. Vielleicht sogar von unserem Schöpfer erdacht. Mir gefällt der Gedanke, dass Gott allem und jedem einen sinnvollen Platz erdacht hat. Vor allem dann, wenn sich mir der Sinn hinter einer Begebenheit nicht erschließt.