Sorgensitz

Ich hab genug. Ich geh beten.

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Und jetzt die Hüfte öffnen, sagt meine Yogalehrerin. In der Hüfte sammeln sich die Sorgen des Tages… Sorgen in meiner Hüfte? Das finde ich erstmal schräg. Ich wollte doch nur Sport machen. Gleichzeitig: Nach der Übung fühle ich mich wirklich besser. Wir atmen auf eine ganz bestimmte Weise, das beruhigt das Gedankenkarussell in meinem Kopf. Faszinierend, wie eng Körper und Seele miteinander verbunden sind. Meditieren, aber auch beten tut der Psyche und sogar dem Immunsystem unheimlich gut, sagen Wissenschaftler. Es entspannt und man fühlt sich danach – wie nach dem Joggen – oft besser. Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Wie geht das? Gott antwortet ja nicht direkt. Trotzdem tut sich was bei mir. Das Chaos im Kopf entwirrt sich. Riesenprobleme schrumpfen zurück auf Normalmaß. Ich kann wieder lockerlassen, auch körperlich. Weil ich mich daran erinnere, dass da einer ist, der über allem steht. Und den Überblick behält. Das lässt mich wieder aufatmen, nach dem Amen. Ist das eigentlich Zufall, dass die Worte so ähnlich klingen?