Davonträumen
Ich packe meine Koffer und haue ab. Weil das nicht so einfach und Flucht ja auch nicht so mein Ding ist, muss ich mir anders helfen.
Ich packe meine Koffer und haue ab. Weil das nicht so einfach und Flucht ja auch nicht so mein Ding ist, muss ich mir anders helfen.
Heute war ich schon in Paris. In der Toskana und auf einem Berg in den Pyrenäen. In Gedanken. Auf meinem Handy. Ich will weg und träume mich davon. Dabei ist es nicht unbedingt die Sehnsucht nach Urlaub, sondern mehr die Sehnsucht einfach mal alles hinter mir zu lassen. Weg aus dem Kleinklein des Alltags, den Sorgen und weg von der nervigen „To do – Liste“. Doch am Ende bringen mir die kleinen Gedankenfluchten herzlich wenig. Ein bisschen was, ja, aber zu wenig, auch wenn mich die Bilder vor Augen erfreuen. Ein Beter der Bibel schreibt, dass er sein Zusammensein mit Gott so erlebt, als ob Gott ihn in eine große Weite führen würde.[1] Fluchtreflex ist ja immer dann gegeben, wenn es eng wird. Wenn ich mich erdrückt und bedrückt fühle. Und da stimme ich dem Beter zu: Wenn ich mit Gott rede. Ihm erzähle, was mir gerade die Luft nimmt. Mich fertig macht. Dann wird mir ein manches Mal leichter. Nicht nur weil ich Worte für das finde, was mich belastet, sondern auch weil ich etwas von Gottes Größe spüre. Ich traue ihm zu, dass er größer ist, als die Alltagssorgen. Dann wird es tatsächlich weit. Weit wie die grünen Hügel der Toskana oder als ob ich von Montmartre aus über Paris schaue.
[1] Psalm 18
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