Wer ist mein Wirt?
Ach ja, der Wirt. Der aus der Bibel. Der aus der Weihnachtsgeschichte. Aber manchmal begegnet er mir noch heute.
Die ganze Krippenserie ab 25. Dezember hier auf dieser Seite!
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Weihnachtskrippe mal anders. Denke ich mir in diesem Jahr. Nicht die üblichen Figuren sollen da stehen, sondern mir vertraute Menschen. Oma oder Opa, Tante Rosi oder Fußball-Klaus. „Wer ist der Wirt für mich?“ frag ich mich heute. Also nicht der Wirt, der die Tür zugeschlagen hat, sondern der, der gesagt hat: „Ich hab nichts Tolles für euch, aber meinen Stall könnt ihr haben. Das ist besser als nichts. Ich lass euch dort ganz in Ruhe und ihr könnt bleiben, bis ihr wieder weiterziehen könnt.“ Der Wirt kommt ja immer nicht so gut weg in der Weihnachtsgeschichte, dabei ist er doch super klasse. Er findet eine Lösung. Er bringt ein Opfer. Es ist zwar nur der Stall, aber er hat sein Heim für Fremde aufgemacht. Für schwangere Fremde! Die hätten ja Ärger machen können. Wer weiß? Anscheinend hat ihn das nicht gestört. Ich finde das ganz schön mutig. Und ich kenne Menschen, die genau so sind. Sie wohnen in meiner Nachbarschaft. Haben die Zimmer frei geräumt, als Frauen und Kinder kamen, als der Krieg in der Ukraine begann. Haben syrische Flüchtlinge begleitet bis sie einen Ausbildungsplatz und eine Wohnung hatten. Sie haben sich einen Platz in der Weihnachtskrippe mehr als verdient.
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Da ich Krippenkünstler bin und das Thema schon ca. 30 Jahre begleite und immer schaue, was es zu kaufen gibt und schon alle möglichen Ausstellungen besucht habe, so ist für mich doch erstaunlich: Den Wirt habe ich noch nie als Krippenfigur gesehen. Der Wirt ist tatsächlich eine Schlüsselfigur.
Da sieht man mal, wie man auch etwas Wichtiges total übersehen oder total übergehen kann. Erschreckend auch ein wenig.
Der Wirth ist fast die gleiche Schlüsselfigur, wie die Person, die einfach so 2 Esel ausleiht, weil 2 unbekannte Männer kommen und sagen: Der Herr braucht die Esel mal leihweise.
Esel im Stall, Esel am Palmsonntag ist auch so eine Brücke.
Bei uns im Ort hat eine gläubige Frau aus dem Grund 3 Esel, weil sie was Heiliges haben aus ihrer Sicht, wegen der Bibel-Geschichten mit Esel.
Gestern sah ich bei herrlichstem Sonnenschein, wie ein junges Pferd mit einem Esel zusammen auf der Weide spielte. Die beiden spielten Fangen gegenseitig, neckten sich, sprangen vergnügt hin und her. Lebensfreude pur, war da zu sehen.
Was sehen wir beim Anblick einer Krippe: Leben entsteht, sehr wichtiges Leben. Der Beginn einer neuen Religion, einer weltweit bedeutenden Religion. Schon ein grosses Wunder – wahr. Und der Wirt tat was er konnte und war barmherzig mit dem jungen Paar – nehme ich mal an.