Vor der Freude freuen

Sich zu freuen ist wunderbar. Sich aufs Freuen zu freuen noch wunderbarer (wenn’s dieses Wort überhaupt gibt). Dann mal los!

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Die Sache mit der Vorfreude und der Vorfreude auf Weihnachten, führt mich zu einer besonderen Betrachtung. Ich traf mich mit einer sehr interessanten Person, die Beratung und Hypnose nachweislich sehr gut macht und sehr alternativ lebt (Frau verdient das Geld und er hat den Sohn als Hausmann grossgezogen).
    Ich mag so aussergewöhnliche Menschen und es ist für mich äusserst interessant, sie zu kennen und konzeptionell zu verstehen. Früher fühlte ich solchen Menschen auch auf den Zahn und stülpte ihnen mit meinem Bibelwissen eine Wertung über. So kann man die Bibel verwenden, denn die weiss es ja besser oder sogar bestens. Man kann die Bibel als Machtinstrument verwenden, die Frage ist nur, ob man dann den Geist Jesu damit widerspiegelt oder eher eigene Gelüste nach Macht und Einfluss (sich in Versuchung führen lassen).
    Ich stelle mir Gott/Jesus vor, der die Anja anschaut mit ihrer Vorfreude auf Weihnachten und alle die schönen Sachen, die sich an Weihnachten als Weihnachts-Kult herauskristallisiert haben: Plätzchen backen, Baum schmücken, Geschenke machen und Freunden schöne Texte antun.
    Nun könnte es aber sein, dass Gott/Jesus diesen Kult als «skuril» einstuft oder das so ganz und gar nicht in seinem Sinne ist. Es könnte sein, dass z.B. Fasten eher Sinn macht, meditieren, nichts kaufen und erst zu Jesu Geburtstag dann einen Lammbraten (natürlich mit Fleisch) zu essen und sich im Vorfeld auf den Lammbraten freuen, evtl. sogar ein komplettes Lamm mit Beinen und Kopf (wir nehmen ja Jesus auch komplett an). Nein, die Weihnachtszeit läuft anders ab, eben so, wie wir Menschen es wollen. Ich sehe die Bibel inzwischen auch so. Johannes der Täufer und Jesus haben keine Texte geliefert. Es ist so, wie wir Menschen es haben wollen. Was nun Gott/Jesus mit den Phänomenen macht? Mein oben genannter Freund, der Hausmann, will mir beibringen: Nicht werten, eher die Sachen interessant finden und mehr beobachten. Hat er da was Göttliches entdeckt?

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Manchmal könnte ich vor Freude die Welt umarmen. Wenn im Büro und Zuhause alles glatt läuft. Die Wohnung nach Kaffee und frischem Kuchen duftet. Ich für einen kurzen Moment vergesse, dass Krieg in Europa ist und die Heizkosten durch die Decke gehen. Wenn dann die Nachricht kommt: Meine Freundin hat den Krebs besiegt oder die Tochter hat die Prüfung bestanden oder, oder, oder – dann könnte ich vor Freude die ganze Welt umarmen. In der Adventszeit wird gerne über das Wort Vorfreude gesprochen. Menschen erzählen, dass sie Vorfreude empfinden, wenn sie morgens ihren Adventskalender öffnen oder wissen, dass jemand sich am Weihnachtsabend ganz besonders über das gerade gekaufte Geschenk freuen wird. Sie empfinden Vorfreude, wenn sie an den Plätzchenduft denken oder an die brennenden Kerzen am Abend bei schöner adventlicher Musik. Vorfreude kann so viel sein. Vorfreude ist die Freude darauf, dass in naher Zukunft etwas geschehen wird, das noch viel mehr freut, als die Freude, die ich jetzt schon, davor empfinde. Ich würde mich freuen, wenn sich an Heiligabend ganz viele so sehr freuen würden, dass Gott Mensch geworden ist, dass sie vor Freude die ganze Welt umarmen könnten. Weil Gott so gerne ganz nah bei uns sein möchte. Ich stelle es mir vor und bin voller Vorfreude.