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„Hilfe erhalten Sie unter…“ – lautet die Nachricht auf meinem Smartphone. Zuvor habe ich nach einer Onlinezahlung einen Code auf’s Handy erhalten. Statt diesen zu kopieren habe ich es fertiggebracht, aus Versehen einen Kusssmiley zurückzusenden. Diese Nachricht ging tatsächlich durch und zurück kam der Hinweis, dass, wenn ich Hilfe brauche, ich mich an das Servicecenter wenden kann. Brauche ich Hilfe, weil ich ein Küsschen verschickt habe? Wahrscheinlich verträgt die KI oder der Chatbot keine Liebe… Mich führt der Gedanke zu der Frage: Kann es zu viel Liebe geben? Von echter Liebe kann es nie genug geben. Von Liebe, die nicht mit Besitz, Macht oder Zwang verwechselt wird. Liebe ist freimütig, trägt nicht nach, ist vorurteilsfrei, sie supportet einen und engt nicht ein. Liebe streichelt die Seele und macht sie weit, um anderen liebevoll zu begegnen. Es ist die Liebe, die vergibt und die mich mitleiden lässt mit einem anderen. Es ist die Liebe, mit der auch Gott jedem Menschen begegnet. Es kann nie genug Kusssmileys geben.

© Maimouna Obot











Ja Liebe kann man nicht genug bekommen. Wer Liebe bekommt darf sich freuen. Die Aufgabenstellung ist aber mehr und mehr eine andere: Wie komme ich mit Liebes-Mangel klar? Depressiv werden, ist keine Option.
Sophie Scholl berichtete mal: Sie musste in dieser Hiittller-Jugend für Frauen mitmachen und es waren sogar Nonnen, die ausgebildet haben. Sie fand die Zeit scheisse, aber sie hat etwas Strategisches gelernt, das sie gut fand: Seine Emotionen verbergen lernen vor anderen Menschen. Das hat ihr im weiteren Leben sehr geholfen, berichtete sie.
Man kann schon besten Sorten Weintrauben aushängen, aber man muss klarkommen, wenn die Weintrauben zwar angeschaut werden dürfen, aber nicht gepflückt werden dürfen. Wenn Liebe greifbar da ist, aber nicht „gepflückt“ werden darf. Anja käme beispielsweise sicher nicht zu mir nach Hause, damit wir uns gegenseitig Liebe schenken. Das ist jetzt wirklich nur auf Freundschafts-Liebe argumentiert!
Was übrigens nicht unterschätzt werden darf: Allein die Existenz dieser Radio-Beitrag ist Liebe an die Menschheit. Eine warme Stimme hören zu dürfen, die es verlässlich gut meint, ist von unschätzbarem Wert und wird immer mehr wert, je härter die Umgebung wird.