Offenes Buch
Einfach lesen, wie es mir beliebt – das macht Spaß. Und manchmal machen sich auch Menschen zu einem solchen Buch. was macht das?
Einfach lesen, wie es mir beliebt – das macht Spaß. Und manchmal machen sich auch Menschen zu einem solchen Buch. was macht das?
Es gibt Menschen, die sind wie ein offenes Buch. In Dänemark wurde im Jahr 2000 „The Human Library“ gegründet. Das ist so etwas wie eine Bücherei aus menschlichen Büchern. Man kann dort mit Menschen ins Gespräch kommen und erfährt etwas aus ihrem Leben. Warum sie leben, wie sie leben oder wie eine Krankheit ihr Leben prägt oder eine Sucht sie veränderte. So viele Geschichten. Ziel dieses ungewöhnlichen persönlichen Austauschs ist es, Vorurteile abzubauen. Mir zeigt es, wie wichtig gute Begegnungen sind. Gut sind sie dann, wenn man sich füreinander interessiert, zuhört, versucht in die Lebenswelt des anderen einzutauchen. Das setzt Einfühlungsvermögen voraus und das wiederum braucht Übung. Also immer wieder Austausch mit anderen. Austausch ist auch Hinterfragen meiner eigenen Wahrheiten und Auseinandersetzung mit meinem eigenen Standpunkt, Korrektur. Deshalb ist mir Austausch auch in Glaubensfragen wichtig. Warum glaube ich überhaupt an einen Gott, ein anderer nicht? Was macht das mit mir und welche Gedanken prägen meinen Glauben? Vieles wäre um einiges besser in der Welt, wenn es einen echten Austausch gäbe. Nur so können Vorurteile abgebaut werden – so wie es sich die Gründer der Human Library wünschen.
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Als ich damals in „Tanz der Vampire“ in Stuttgart mitging, belustigte ich meine Freunde und gleichzeitig Kollegen in unserer Firma mit all meinen Gedanken, was das Stück uns in Sachen Gesellschafts-Kritik sagt.
Ich belustigte sie mit meiner tiefsinnigen Art nachzudenken.
Seit dieser Erfahrung, beschäftige ich mich damit (nicht ausschliesslich, klar, das kann sich jeder Leser hier selbst denken), wie sich Menschen gegenseitig zu Vampiren machen und sich gegenseitig aussaugen.
In den Gemeinschaften findet ein Energie-Absaugen bei anderen Menschen statt (in der Esoterik-Szene noch krasser als in der Christen-Szene). In der Esoterik-Szene wird das auch krass mit Geld-Zahlungen für Kurse und Vorträge gemacht.
Die Idee mit dem Austausch ist gut (ein lebendiges Buch erzählt), scheitert aber meist an vielen Dingen, bei denen Menschen leider eben nicht so «lieb sind». Eine Info rauszulassen, die zum Weitererzählen nicht geeignet ist: Der eine macht es, der andere nicht!!!
Eine ganz ganz liebe Tanzfreundin schickte mir heute ein Video, bei der Gott nur als Sonnenstrahlen-Licht (also nur als einen Energieform) betrachtet werden soll. All diese Darstellungen fasse ich unter «Vereinfachungen» zusammen und ich finde solche Gedanken lediglich nett, aber viel zu primitiv. Nicht primitiv ist für mich ein Gott, der liebevoller und taktvoller sein kann, wie jeder Mensch auf dieser Welt und der so komplex und weltumspannend Informationen verarbeiten kann, wie das Internet.
Was ist ein echter Austausch?
Wer stellt die Kommunikations-Regeln dafür auf und wer achtet auf die Einhaltung?
Darf ich z.B. beim «Predigt zuhören», auch zwischendrin mal mitpredigen – nur als Beispiel. Das wäre ein Regel-Verstoss. (Deswegen mache ich es hier – ha ha,, ich bin zu Selbstkritik fähig.)