ErnteDANK

Wunderschön sind die Kirchen geschmückt, wenn Erntedank gefeiert wird. Ja, da gibt es viel, was wir ernten können. Mehr als Gemüse und Obst. Und da gibt es mehr, was wir teilen können. Mehr als Gemüse und Obst. Dass zum Danken auch das Teilen gehört, das ist für Jesus klar und dem Psalmbeter auch.

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Für ich ist es die größte Gesellschaftskrankheit unserer Zeit:

die Gier.

 

Gier nach materiellen Gütern, nach Anerkennung, nach Individualität ohne Grenzen…

 

Als unsere Gesellschaft 2020 die Corona Pandemie erleben musste, da dachte ich mir so nach den ersten Wochen und bei allem Ungewissen und Leid, das diese Pandemie hervorgebracht hat:

 

„Vielleicht ist das etwas, was uns als Menschen wieder einander näherbringt. Weg von der Gier, den falschen Eitelkeiten, überhöhtem Stolz und Egoismus hin zu einer menschlichen Solidarität.“

 

Weit gefehlt… selten habe ich mich so geirrt.

 

Was zunächst schien, als würde es in die richtige Richtung weisen, änderte sich doch innerhalb kürzester Zeit sehr drastisch.

 

Aus anfänglich gelebter Solidarität wurde in vielen Fällen purer Egoismus.

 

Ich habe sogar den Eindruck, dass unsere Gesellschaft durch diese Pandemie nicht solidarischer, sondern eher noch egoistischer geworden ist.

 

Die Gier nach einem guten Leben für mich und meine Familie allein, die hat sich nochmals gesteigert. Traurig und bedenklich, meine ich.

 

Heute feiern wir Erntedank.

 

Wir ernten heute selten selbst Gemüse und auch wenn viele Menschen das eigene gärtnern wieder mehr für sich entdecken, so gehen die meisten doch eher in den Lebensmittelladen oder Hofladen und kaufen dort von anderen Gepflanztes und Geerntetes.

 

 

Ja, jemand hat angebaut und die Felder bestellt. Das Getreide, das Obst und das Gemüse konnte wachsen bis zur Ernte.

 

„Hört auf so gierig zu sein.“, mahnt Jesus in unserem Bibeltext.

 

Das heißt auch: Sich darauf besinnen, wofür das, was wir ernten gedacht ist.

 

Überschüssiges abzugeben, weniger daran zu denken selbst am besten wegzukommen.

 

Das Gleichnis mit dem reichen Kornbauer, sagt mir genau das:

 

„Hör auf, nur an Dich zu denken. Du hast genug zum Leben: Gib was davon ab!“

 

Nun besitzen die wenigsten von uns einen Acker und pflanzen Früchte und Gemüse an.

Trotzdem ernten die meisten etwas, was sie teilen dürfen und auch sollen.

In der Regel verdienen die meisten Menschen von uns Geld.

 

In vielen Fällen verdienen wir mehr, als wir für uns und unsere Familien brauchen.

 

Natürlich ist es völlig in Ordnung, dass man sich von seinem erarbeiteten Geld auch etwas gönnt. Sei es ein Urlaub, etwas zum Anziehen, Dinge, die die Wohnung verschönern und vieles mehr.

 

Dennoch bleibt ein manches Mal etwas übrig. Oft wird dann in Dinge investiert, die nicht mehr ganz so nötig sind. Was brauche ich wirklich?

 

Ein noch neueres und besseres Wohnmobil? Ein noch neueres und besseres Auto? Mehr von dem, was ich schon habe?

 

Ich denke, Sie wissen was ich meine.

 

Und eben an dieser Stelle sagt Jesus:

„Hör auf mit Deiner Gier – gib was ab!“

 

All das, was wir in unserem Leben erreicht haben, dass wir einen Job haben, der so viel Geld abwirft, das haben wir Gott zu verdanken.

 

Wir haben Gott zu verdanken, dass wir in einem Land aufgewachsen sind, in dem es eine kostenlose Schulbildung gibt.

 

Wir haben es Gott zu verdanken, dass wir die Möglichkeit haben größtenteils kostenlos zu studieren oder eine Ausbildung zu machen.

 

 

Wir haben es Gott zu verdanken, dass wir Intelligenz geschenkt bekommen haben, so dass wir einen Beruf erlernen und ausüben können.

 

Wir haben es Gott zu verdanken, dass wir einen Arbeitgeber gefunden haben, der uns gut bezahlen kann.

 

Natürlich müssen wir auch immer etwas tun dafür, aber allein, dass wir tun können, was wir tun, ist Geschenk.

Letztendlich liegt eben so gut wie gar nichts in unserer eigenen Hand.

 

Erntedank bedeutet nicht nur, Gott dafür zu danken, dass wir uns mit Lebensmitteln versorgen können, sondern eben auch, dass wir von dem, was wir erwirtschaften etwas abgeben.

 

An wen wir das abgeben, das müssen wir selbst entscheiden.

 

Aber, dass wir davon etwas abgeben, das ist an sich gar keine Frage, denn ohne Gottes Geschenke an uns, gäbe es für uns nichts zu ernten.

 

Sei nicht gierig!

 

Jesus lädt uns ein darüber nachzudenken, wo wir unsere Ernte einfahren.

 

Wo wir sehen können, dass wir beschenkt sind und unsere Ernte wächst.

.

Ein Jobangebot, das mir einfach hingelegt wird und für das ich nichts getan habe.

 

Eine Begegnung mit einem Menschen, die mir neue Türen öffnet. Eine Begabung, die ich entdecke und nutzen kann. Es gibt so vieles

Etwas wird gesät, etwas wächst und der Lohn ist die Ernte.

 

Alles was ich erreicht habe, hat Gott gesät, so dass es zu einer Ernte kommen konnte. Das glaube ich.

 

Erntedank heißt für mich: staunen darüber, was ich ernten kann und mir geschenkt ist und das nicht nur zu meinem Vorteil, sondern auch zum Wohl anderer. Keine Schätze horten, sondern auch abgeben, teilen und nicht zuerst nur an sich denken.

 

AMEN