Grün ist die Hoffnung

Grün ist Garten. Hier wächst vieles, manches können wir beeinflussen, vieles nicht. Darauf lässt Gott sich ein.

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Wenn man mich irgendwo ein paar Tage aussetzen müsste, dann bitte im Gartenmarkt. Zwischen Palmen und Tomatensetzlingen, Blumensamen und Gießkannen. Ich liebe den Duft von feuchter Erde und frischem Grün. Grün, wie die Hoffnung, so sagt man doch. Vielleicht, weil Hoffnung auch etwas ist, was wachsen kann, selbst wenn es erstmal gar nicht danach aussieht. So wie mein grüner Daumen. Der ist leider nur bedingt grün. Selbst Sukkulenten sind mir schon eingegangen, den Rosmarin habe ich totgegossen. Und trotzdem: Jedes Frühjahr juckt es mich neu zu pflanzen und zu säen. Ich kann einfach nicht anders. Die Vorfreude auf das, was da wachsen könnte, schlägt jede Sorge, dass es wieder schiefgeht. Ob es Gott genauso geht mit uns Menschen? In der Bibel ist viel vom Pflanzen und Säen die Rede, von Gott, der wie ein Gärtner alles hegt und pflegt. Ein Gärtner weiß, dass er nicht alles beeinflussen kann. Er tut seinen Teil – das Wetter, die Pflanze, der Boden den Rest. Und dann muss man es wachsen lassen. Hoffen, vertrauen und das Schwierigste von allem: Warten. Bis sich endlich was tut. Bis sich doch noch ein neuer Zweig bildet, nach Jahren endlich die ersten Früchte kommen. Nach einem Unwetter Abgeknicktes wieder aufrichten. Ein Gärtner tut das, weil er Hoffnung für seine Pflanzen hat. Weil er sie liebt und will, dass sie eine Zukunft haben und irgendwann in voller Blüte stehen.