Gott, der Kindskopf

Es ist schon eine schräge Idee: Sich als Herrscher der Welt zum Baby zu machen. Ist Gott ein Kindskopf? Oder klug und empathisch?

2 Kommentare
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Bei der Eroberung der Menschheit durch Jesus Christus ziehe ich gerne den Vergleich zu Alexander der Grosse, der am 20. Juli 258 vor Christus geboren wurde. Alexander eroberte die damals komplett bekannte Welt und war auch hungrig, die nicht bekannte Welt zu entdecken und auch zu erobern (was seinen Kampf-erfahrenen Genossen dann langsam zu viel wurde). Ich kenne Alexander der Grosse nur aus dem Film, in dem Angelina Jolie seine Mutter spielt. Der Film ist insofern gut gemacht, weil er die innere Verletztheit und die Triebfeder zum Erfolg durchklingen lässt. Im Liebesleben ist Alexander eine bisexuelle Persönlichkeit. Bei Jesus hat man auch die Vorstellung, dass er Männer und Frauen gleich gut lieben kann, aber da natürlich von allen Sex-Geschichten befreit und damit suggerierend: sündenfrei.
    Der Unterschied dieser beiden grossen Männer: Sie eroberten die Welt, aber mit 2 unterschiedlichen Methoden.
    Ich kann mir Alexander der Grosse auch als Baby in der Krippe vorstellen.
    Ich kann mir Jesus Christus auch an der rechten Seite von Gott sitzend vorstellen.
    Ich kann mir Jesus nicht als Lamm vorstellen, das die Schriftrolle zu Gott trägt.
    Ich kann mir Jesus nicht als jemand vorstellen, der im Himmel weniger zu sagen hat, als der Rat der 24 Ältesten und der Rat der 7 höchsten Engel.
    Warum schreibe ich das? Es geht darum, was ich mir vorstelle und was ich dabei empfinde. Es geht evtl. auch um die Legitimation mir das vorzustellen, was mir einfach gut tut.
    Als Mutter hat man in sich einprogrammiert, auf ein kleines Kind in der Krippe oder Wiege mit starken Gefühlen zu reagieren. Aber diese Empfindung kommt auch von Gott.
    Als Mann im Kampf zu siegen und sich mutig in den Kampf aufzumachen, was ist das für eine Regung: Von Gott gegeben oder vom Bösen gegeben. Das Leben ist vielschichtig und Gott mag die Vielschichtigkeit sogar (denke ich). Im Wesen kristallisiert sich ein Charakter hervor. Ich fand mal in einem verwitterten Baumstumpf ein Restholz, das den Verwitterungsprozess überlebt hat und nun eine künstlerische Krippe verziert. Dieses Holz hatte in sich Baumharz (das andere Holz nicht). So stelle ich mir das Überleben auf dieser Erde vor.

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Unterm Weihnachtsbaum hat es mich kurz umgehauen. Die ganze Großfamilie singt „Oh du Fröhliche“ und mein Blick fällt auf meinen jüngsten Neffen, wenige Wochen alt. Friedlich schlafend, manchmal leise fiepend. Und wir haben gesungen: „Welt ging verloren, Christ ist geboren. Freue dich, freue dich oh Christenheit“. Tausendmal hab ich das schon gesungen, aber noch nie hat es mich so berührt. Jesus, dessen Geburt wir heute feiern, der kam genauso. Klitzeklein, hilflos, Windel voll. Ein Kind, das der Retter der Welt sein soll, ein Friedensbringer. Wie kam Gott bloß auf diese verrückte Idee? Vielleicht, um zu zeigen, dass er wirklich anders ist. Komplett anders als alle Herrscher und Mächtigen auf der Welt. Ein Herrscher, der nicht droht und protzt, sondern leise und friedlich daherkommt. Der Nähe sucht und einfach da ist, gerade bei denen, die keine Hoffnung mehr haben. Auf Frieden, auf Freiheit, auf ein neues Leben. Genau dafür steht so ein Kind doch. Alles neu, alles möglich. Habt keine Angst, Gott ist bei euch.