Ein Anderer – eine Andere
Auf manche Erfahrung kann man gut und gerne verzichten. Sicher. Doch sind Erfahrungen nicht furchtbar wichtig?
Auf manche Erfahrung kann man gut und gerne verzichten. Sicher. Doch sind Erfahrungen nicht furchtbar wichtig?
Ich möchte meine Kinder vor allem Unglück bewahren! Und weiß genau: das geht nicht. Und es ist auch nicht gut. Sie müssen ihre eigenen Erfahrungen machen. So wie ich sie auch machen musste. Dabei ließ mich manches fast verzweifeln, anderes war einfach nur schwer auszuhalten und durchzustehen. Doch jedes Mal ging ich als eine andere aus der Situation hervor. Nicht jede Erfahrung hätte ich unbedingt gebraucht, aber sie haben mich ein manches mal stärker, nachsichtiger mit mir und anderen, dankbarer gemacht. Das Schöne ist, dass auch der Gott, an den ich glaube, diese Erfahrung gemacht hat. Die Bibel erzählt in einer Geschichte, wie Gott die Boshaftigkeit der Menschen satt hatte und es eine große Sintflut gab. Alles wurde zerstört. Nur Noah und seine Familie samt vieler Tiere haben auf einem Schiff überlebt. Nachdem die Sintflut vorüber war, hat Gott geschworen, dass er so etwas nie mehr machen wird. Die Erfahrung dieser Sintflut hat auch aus ihm einen anderen gemacht. Zum Zeichen dafür setzte Gott den Regenbogen an den Himmel. Ein Zeichen, das auch mich daran erinnert: Schwierige Zeiten können durchgestanden werden, ich werde danach eine andere sein. Und ich darf immer Hoffnung haben, dass es alles gut wird
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Ein Pastor lachte mal schallend, fast schon höhnisch über meine Meinung, dass Gott vielleicht einen Wandel macht über die Zeit. Klar, es gibt Bibelstellen, die sagen, dass Gott immer gleich ist.
In der Pandemie merkten Forscher, dass Viren sogar in Zeiträumen von 14 Tagen eine Mutation bilden können und sich so wandeln. Eine atemberaubende Geschwindigkeit, die niemals so frustrierend vermutet wurde.
Rein strategisch braucht dieser besagte Pastor, die Annahme, dass die Bibel ganz genau festlegt, was Gottes Meinung ist. Sprich: Schwul und lesbisch bleibt für alle Zeit gegen Gottes Willen und das wird sich nie ändern und Gott wird da auch nicht «weicher» bei dem Thema.
Nur wenn man sich einen wandelnden Gott (er ändert seinen Charakter und wird härter oder weicher im Umgang mit uns Menschen) auch einen Veränderungs-Leitfaden. Gäbe es diesen Leitfaden nicht, würde alles völlig beliebig werden und eine bahnende Ordnung geht verloren und jeder könnte alles Mögliche behaupten, was nun Gottes Wille sei.
Gemässigte Muslime behaupten ja, dass ihre Schrift eine jüngere und frischere Offenbarung von Gottes Willen sei, doch wer den Koan (bitte nicht die englische Übersetzung nehmen, die ist verwestlicht worden) liest, stellt fest: Da entsteht ein Gott mit anderem Charakter, der eher willkürlich ist. So las ich mal von einem Imam ein Interview in dem dieser sagte: Du musst Glück haben, wann Du stirbst. Stirbst Du gerade an einem Tag, an dem Gott «schlechte Laune» hat, kommst Du nicht in den Himmel.
Im Christentum hat Gott keine «schlechte Launen», ist also nicht launisch, aber zornig auf die Menschen kann er schon werden. Und strafen kann Gott auch!
Der Veränderungs-Leitfaden ist für mich, dass es z.B. über Jesus eine Möglichkeit gibt, etwas über den Charakter Gottes zu erfahren und das dann zur Leitschnur zu nehmen. Für mich ist sonnenklar, dass ich gewisse Bibelstellen dann auch verwenden muss, um andere Bibelstellen auszuhebeln. Das geschieht sowieso, denn die Regierungsformen Demokratie oder die Abschaffung der Sklaverei brauchen diese Prozesse.