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„Gott kann ja doch nicht alles! Turnen zum Beispiel nicht!“, empört sich meine kleine Nichte. Ich schmunzle. Meine Nichte bringt mich zum Nachdenken: Kann Gott wirklich nicht alles? Schließlich würde er doch sonst manches Leid verhindern, oder? Will er nicht? Mir wird klar: Der Gott, an den ich glaube, kann tatsächlich nicht alles. Er kann mich und keinen Menschen zwingen, ihn zu lieben. Denn Zwang widerspricht seinem Charakter. Gott ist Liebe – und Liebe zwingt nie. Sie lädt ein. Gott bietet mir seine Nähe, seinen Trost, seine Treue an. Ob ich drauf eingehe, bleibt meine Entscheidung. Genau das mach den Glauben an Gott für mich so wertvoll: dass er freiwillig ist. Ob Gott turnen kann? Das weiß ich nicht. Aber dass Gott nicht alles kann- jedenfalls nicht entgegen seiner Liebe – darin liegt für mich die eigentliche Stärke Gottes.

Foto: (c) privat











Die Grosse Frage ist: Unterwirft sich Gott gewissen Prinzipien und können wir uns Menschen darauf verlassen?
Ich habe noch einen interessanten Gedanken: Gott schaut zu, wie wir Menschen uns einen Gott bauen in der Vorstellung und mit den verfügbaren Mitteln. Verfügbare Mittel sind z.B. 3 Schriftsammlungen: Thora, Koran, Bibel.
Kämpfen die Menschen, dass es zur richtigen Vorstellung von Gott kommt oder kämpft Gott darum?
Kämpfte die katholische Kirche ca. 1400 Jahre um das richtige Gottesbild oder kämpfte sie für ihre eigenen Legitimations-Interessen?
Wenn sie im Rückblick eher für ihre eigenen Interessen kämpfte: Tun das neuere christliche Kirchen und Richtungen dann automatisch nicht, nur weil sie neuer sind?