Das war’s dann
Die letzte Zigarette. Der letzte Schluck. Das letzte Mal diese Aussicht. Das letzte Mal über den Court gerannt. Oder mit dem Wohnmobil aufgebrochen. Wenn ich das gewusst hätte?
Die letzte Zigarette. Der letzte Schluck. Das letzte Mal diese Aussicht. Das letzte Mal über den Court gerannt. Oder mit dem Wohnmobil aufgebrochen. Wenn ich das gewusst hätte?
Letzter Schultag. Letzter Arbeitstag. Das letzte Essen im Lieblingsrestaurant, das schließt. Diese letzten Male sind leicht absehbar. Vielleicht gebe ich ihnen einen besonderen Rahmen? Doch es gibt auch die letzten Male, die erst im Nachhinein zum letzten Mal werden. Weil etwas durch Krankheit oder Tod nicht mehr wiederholt werden kann. Hätte ich etwas anders gemacht, wenn ich gewusst hätte, dass das mein letzter Urlaub am Meer war, weil meine Kräfte jetzt eine solche Reise nicht mehr zulassen? Hätte ich noch etwas Bestimmtes gesagt, wenn ich gewusst hätte, dass das unsere letzte Begegnung ist? Am Gründonnerstag. Der Tag vor Karfreitag erinnert an das Abendessen, das Jesus mit seinen Freunden hatte, bevor er verraten und verhaftet wurde. Sein letztes Essen mit den Freunden. Jesus wusste es. Die Freunde nicht so richtig. Hätten sie etwas anders gemacht, wenn sie es begriffen hätten? Keine Ahnung. Vielleicht ist es gut, öfter mal inne zu halten, zu genießen und wertzuschätzen und Dinge oder Aussprachen nicht auf die lange Bank zu schieben. Der Gründonnerstag erinnert mich daran.
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Eine gute Überlegung. Was hätte ich gerne noch gedacht, gesagt oder getan? Gelegenheiten, um Liebe zu zeigen. Nicht nur denken, sondern wirklich sagen. Und vom Sagen weitergehen zum Tun. Denn vielleicht ist es die letzte Gelegenheit. Danke für Deinen Impuls.
Es ist durch Jesus eine Religion entstanden. Das ist zweifelslos die Wahrheit.
Welche Religion ist da einstanden? Ostern und die Auseinandersetzung mit dem angekündigten Leiden und mit dem tatsächlichen Tod und mit der Auferstehung ist in wenigen Tagen zusammengerafft, ist eine ziemlich depressive Geschichte und ist eine Hoffnungsgeschichte zugleich. Leid und Hoffnung, also Foltertod und Auferstehung (und dem Tod damit getrotzt zu haben) sind extrem nahe beieinander.
Vielleicht begreifen wir unsere «Religion» am meisten an Ostern.
Unsere Religion begreift man viel weniger, wenn man sich auf die Denkweise und Argumentationsweise derer einlässt, die diese Religion nicht annehmen können oder wollen oder anders geprägt wurden. Muslimen ist es ein Gräuel, dass der Sohn von Gott so leiden muss. In deren Auffassung, muss das Erreichen dieses höchsten Amtes (oder höchsten Status) verbunden sein mit ganz anderen Attributen, aber doch nicht mit Leiden, Verspotten, Foltern, Extremanstrengung, um überhaupt sich noch lebendig ans Kreuz nageln zu lassen zu können, um eine Verheissung zu erfüllen. Das ist einfach nur grauenhaft.
Doch andererseits: Hätte unser Gott, unsere Leid-Figur und Leit-Figur nicht Unermessliches durchgemacht und hätte er vom Thron aus, den dicksten Mercedes gefahren, was hätten wir dann für eine Religion?
Es ist bemerkenswert, was Jesus auf sich genommen hat. Aber ich warne davor, dass man die Religion auf die Bibel aufbaut und nicht auf das Evangelium von Jesus Christus. Warum warnen? Die Bibel liefert nach meiner Meinung den Hinweis auf etwas das da ist. Die Bibel enthält Gottes Wort, aber die Bibel als komplett Gottes Wort zu sehen, nur weil Gottes Wort drin steht, davor sollte man warnen! Und was passiert wenn man nicht warnt? Es entsteht eine andere Religion: Eine Bibel-Religion. Diese Aussage wird jetzt nicht jeder begreifen. Begreifen wird es der (oder die), der/die schon mal an gewissen Textstellen fair verzweifelt ist.