Der versaut mir den Tag!

Wie können wir anderen begegnen – selbst denen, die uns das Leben schwer machen?

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„Die ist mein Feind!“ erklärt mir mein Vierjähriger auf dem Heimweg vom Kindergarten. Ich bin mir nicht sicher, ob sie ihn mag und ihn ärgert, weil sie es anders ausdrücken kann oder ob sie wirklich Frust an ihm auslässt. Auf jeden Fall scheppert es, wann immer die Erzieherinnen mal nicht hinsehen. Was ihm darauf sagen? „Achte jeden so, als wäre er Gottes Ebenbild“, rät Jesus in der Bibel. Aber wie soll das gehen? Besonders bei den Menschen, die gefühlt morgens bereits beim Aufstehen sich fragen, wie sie mir heute das Leben schwer machen können!? Sind auch die Ebenbild Gottes? Nun, auch sie haben einen Grund, warum sie sind wie sie sind. Den erkenne ich aber nur, wenn ich erstmal davon ausgehe, dass sie nicht von Grund auf böse sind. Und ich glaube, darum geht es Jesus in dem Zitat. Das macht Menschen noch nicht sympathisch, aber oft zeigt sich, dass Täter vorher selbst Opfer waren und eigentlich Hilfe brauchen. Und natürlich entschuldigt das kein Unrecht oder rechtfertig dieses, kann aber helfen, den anderen zu verstehen. Wie hilft das meinem Vierjährigen? – Ich habe ihm zwei Schokokekse mitgegeben. Einen für sich und einen für seine Feindin und ihn ermuntert ihr zu sagen, was ihn stört. Ich weiß nicht was sie besprochen haben, aber Feinde sind sie nicht mehr!