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Das ist schon bitter. Ausgerechnet mein Sohn möchte, dass ich ihn vom Religionsunterricht abmelde. Erst denke ich: „Klar! Der will früher heim.“ Bei ihm in der zweiten Klasse gibt’s noch keinen Ersatzunterricht. Also hake ich nach. „Warum willst du denn nicht in Reli?“ – „Weil die Geschichten da doof sind und ich eh nicht an Gott glaube.“ Jetzt staune ich. Aber gut. Es ist nicht meine Aufgabe mein Kind von Gott zu überzeugen! Ich muss überhaupt niemand von Gott überzeugen. Auch nicht hier im Radio. Ich kann von Gott berichten. Davon wie krass er mein Leben verändert hat. Weil ich zum Beispiel nicht mehr nach Anerkennung suche, sondern mich einfach so von Gott angenommen fühlen darf. Oder dass ich davon profitiere, wenn ich wie er versuche zu vergeben und mich nicht von Rache zerfressen lasse. All das und noch so viel mehr haben mich von Gott überzeugt. Aber ob das andere überzeugt, das liegt zum Glück nicht in meiner Hand. Das ist am Ende eine Sache zwischen Gott und jedem einzelnen!












Das ist ein hochspannendes Thema, wenn zwischen Vater und Sohn eine ideologische Differenz entsteht, bzw. der Sohn sich vom Vater abgrenzen will durch eine andere Meinung oder eine andere Weltanschauung.
Ich habe 3 Kinder und musste lernen, dass sie unterschiedlich sind. Ich lernte, sie mit ihren jeweiligen Vorzügen wertzuschätzen (oder das wertzuschätzen, was da ist). Ich könnte auch auf das halbleere Glas schauen und dies und das bedauern.
Unterschiedliche Religionsanschauungen innerhalb der Familie: Ein ganz grosses Thema! Es trifft die Schwäche (und die Unsicherheit dessen), der nach Stabilität und Klarheit strebt und nach Führungsposition in der Familie. Akzeptiert man den Glauben der Führungspositions-Person nicht, ist das eine tiefer Schlag, fast unter die Gürtellinie.
Wie damit umgehen?
Meine Kinder lies ich segnen und wollte, dass sie sich für die Taufe freimütig selbst entscheiden können (was sie später taten!). Ich wollte keine „Zwangshandlung“, wie Taufe oder Beschneidung an meinen Kindern vornehmen. Gut: Impfen, ist wieder so eine andere Sache, da vertraue ich dann der Wissenschaft oder dem, was dort glaubhaft erscheint und sich bewährt hat.
Bei Benjamin würde ich als Kind auch die Gegenposition einnehmen, um ehrlich zu sein. Warum? Ist schwer zu beschreiben. Irgendwas fehlt mir bei Benjamin. Es ist aber sicher eine Sache für die Benjamin nichts kann. Bei einem befreundeten Pastor stellte ich nach Jahren und viel hin- und her-diskutieren fest, er kann 2 Sachen nicht: Etwas abstrakt anschauen und durchdenken (Beispiel: Kann ich mit christlichem Gedankengut ein Pharisäer sein? (Pharisäer-haft sein und auch durchs Raster fallen)) und sich in die Position des Gegenübers hineindenken und hineinfühlen (Beispiel: Warum singt jemand antichristliches Zeug mit, der weder an Himmel noch an Hölle glaubt und diese Menschen sogar bedauert, die wir so was glauben (müssen?).
Ich bin anders, meine Kinder sind anders.
Und ich muss davon ausgehen, dass Gott eher die Vielfalt liebt, anstatt die Gleichmacherei. Die freie Willensentscheidung des Einzelnen zu nehmen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ungöttlich (in Bezug auf den liebenden Gott/Jesus).