Ein Euro am Tag

Das Experiment ist heftig, es öffnet einem die Augen. Aber was dem einen ein Experiment, ist dem anderen Alltag.

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Ich stellte fest, dass es oft keine Frage des Reichtums ist, ob man was abgeben kann, sondern oft eine Frage: Will ich in der Schicht, in der ich lebe, weiterleben.
    Dieser Satz mag schwer zu verstehen sein:
    Ich gebe ein Beispiel: Meine Kunden erwarten ein gewisses Niveau meiner Firma und dass die Firma Qualität, Seriösität und Finanzsicherheit bzw. Stabilität garantiert, damit jemand überhaupt bei mir kauft.
    Verzichte ich auf diese „Ausstrahlung von Finanz-Stabilität“, kann ich mir gleich einen alternativen Lebensstil überlegen, weil mein Firmen-Inhaber-Lebensstil dann einfach nicht mehr funktionieren wird (mit allergrösster Wahrscheinlichkeit).
    Als Radio-Sprecher-Geldverdiener ist man es gewohnt, von einem grösseren System voll abhängig zu sein. Da kommen schnell mal Vorschläge, wie man ärmer leben könnte (ohne es dann tatsächlich selbst gar nicht zu tun womöglich).
    Und dann wäre da noch die Frage, ob Gott die Armut will oder nur in der Armut helfen will (wenn es blöderweise so unvollkommen organisiert wurde)?

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Wie soll das denn gehen? In einem Erfahrungsbericht lese ich, wie die Autorin eine Woche lang von einem Euro pro Tag gelebt hat. Motiviert hat sie ein Projekt. Das sogenannte „One Dollar a Day“-Projekt. Man soll ausprobieren, was für viele Menschen bitterer Alltag ist. Laut Weltbank leben über 700 Millionen Menschen von weniger als 1,60 Euro am Tag und damit in extremer Armut. Ich glaube, für uns in Deutschland ist das unvorstellbar. Die Autorin schreibt, dass sie hungrig ins Bett gegangen ist und sich sogar den immer noch zu teuren Discountertee verkneifen musste. Nach der Woche wird dann der Differenzbetrag zum sonstigen Wocheneinkauf an Hilfsprojekte gespendet. Ich glaube, es tut gut, sich das bewusst zu machen, in welchem Überfluss wir leben, aber auch, wie heilsam es für die Welt wäre, wenn wir ein „Genug“ finden und den Überfluss den Schwächeren geben würden. Hilfe finde ich hier bei Gott, dem wir diesen Überfluss zu verdanken haben, der aber auch rät: Schaut nacheinander, denn niemand ist in allem und immer stark.