Erstmal nichts wie weg!
Wenn etwas schief geht, ist er da, der Fluchtreflex. Aber ist er wirklich eine Hilfe?
Wenn etwas schief geht, ist er da, der Fluchtreflex. Aber ist er wirklich eine Hilfe?
„Ich war das nicht!“, erklärt mir mein Dreijähriger und flüchtet. Leider ist die Beweislast erdrückend. Kein anderer ist da! Wer also sonst soll mit dem Kugelschreiber den Heizkörper in seinem Zimmer bemalt haben? Mühevoll versuche ich die Malerei zu entfernen, aber das klappt nicht. Erst ärgere ich mich über den Künstler, dann über mich. Wer bitte lässt so ein Stift im Zimmer eines Dreijährigen liegen? Aber noch bevor ich den Gedanken weiterdenke, lasse ich es lieber sein, denn was bringt es, einen Schuldigen nach dem anderen zu suchen? Stattdessen mache ich mich auf die Suche nach meinem Künstler. Als ich ihm versichere, dass er nichts zu befürchten hat, kommt er aus seinem Versteck und stellt fest: „Papa, das war keine gute Idee.“ – Ne, das war es nicht aber ich bin froh, dass wir das klären konnten. Denn Weglaufen, wenn etwas schief gegangen ist, ist ganz normal, aber ändert ja nicht. Deshalb ist es besonders, wenn wir trotz Fehlern nichts befürchten müssen. So wie bei Gott, der uns ausrichten lässt: Von mir bekommt ihr immer eine neue Chance. Ihr könnt mir also alles anvertrauen. Das entfernt zwar keine Kunst von Heizkörpern, aber befreit.
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