Gut aussehende Fehler

Was nicht geklappt und schiefgegangen ist, weiß ich meistens selbst und bin mit meinem Urteil schnell. Was, wenn ich falsch liege?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus Der Schweiz sagte:

    Solche Begebenheiten ordne ich der Vorstufe von Depression zu.
    Mann/Frau fühlt sich beknackt und unentschlossen und keineswegs souverän. Es gibt die Frühjahrsmüdigkeit!
    Ich musste schon oft solche Zeiten durchmachen und wenn ich reinrutsche, merke ich es teilweise gar nicht oder erst ein wenig spät: Ja klar, bin mal wieder soweit.
    In diesen Depri-Phasen überlegte ich oft schon, ob ich nichts dazu gelernt habe.
    Nein ich hab nichts dazu gelernt. In der Phase fühlt man sich schlecht. Interessant ist die Beobachtung, dass der Geist (das eigene Denkzentrum), dann all zu gerne einen Grund sucht: Zu wenig gearbeitet, dies und das ungeschickterweise nicht dazu erledigt, hier mal wieder nicht zurückgerufen, Sachen im Auto vergessen, die man eingekauft hat.
    Ganz beliebt sind so Sorgen, nun endgültig den Schlüssel oder die Geldbörse verloren zu haben.
    Jeder Mensch hat da beim Sorgen machen, seine eigenen Vorlieben. Die eine Person wird misstrauisch. Eine andere Person wird ängstlich. Eine andere Person wird eifersüchtig. Die andere Person zweifelt an der Beziehung, den Job oder den momentanen Wohnort.
    Urlaub machen hilft erwiesenermassen übrigens gar nicht, weil man mit der Planung um an einen anderen Ort zu kommen, dann wieder neuen Stress auf sich lädt. Wenn sich volle Entspannung ergibt, dann wieder ja.
    Was hilft ist: Kurzspaziergänge rund um den Block. Spaziergang im Wald. Sich entspannt in dein Café setzen und Leute beobachten. Mal bewusst Arbeit nicht zu machen.
    Der wichtigste Tip allgemein: >>> Barmherzigkeit zu sich selbst üben. <<< Das geht so: Statt sich vorzuwerfen, dass man dies und das momentan nicht auf die Reihe bekommt, zu sich zu sagen: Bist mal wieder soweit, also konsequent ausruhen und entspannen. Ich nehme mein inneres Kind in den Arm und tröste es. Bewusst keine neuen Eindrücke an sich ranlassen, schon gar nichts Belastendes.
    Und ganz wichtig: Beim Entspannen, darauf vertrauen, dass es wieder weggeht (wie eigentlich immer schon in der Vergangenheit der Fall).
    Bibel: Ich denke, dass gewisse Bibelverse nur dafür gedacht sind, wenn man sich stark und kräftig fühlt beim Lesen. Bibellesen auch weg lassen in der Depri-Zeit, besonders für Leute, die damit beruflich zu tun haben. Bezüglich Medikamente bitte auf den Arzt hören.

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Es gibt Wochen, die sind zu kurz und zu schlecht. Weil ich schon vor dem letzten Feierabend der Woche weiß: Ich habe bei Weitem nicht geschafft, was ich wollte. Oder sollte. Schaue ich auf die Tage davor, sehe ich ziemlich schnell, wo ich Zeit gelassen oder Dinge falsch angepackt habe. Wäre anders gegangen. Ich kreise um meine Fehler und kreise und kreise. Und erzähle es einem Freund, der sagt: „Deine Fehler sehen eigentlich ganz gut aus bei dir.“ „Hä, gut?“, sage ich, „du siehst meine Fehler, und meinst, die sehen gut aus bei mir?“ „Klar“, antwortet er, „du hast es so gemacht, wie du bist. Hör auf, dich zu verbiegen, um es allen recht zu machen. Du machst dich nur kaputt. Dein Ding oder kein Ding.“ Was ich für einen Fehler halte, ist gar keiner? Ich mache mich bloß selbst schlecht? Ich mag ja die Typen nicht, die sich ihre Unzulänglichkeiten schönreden, aber sich gute Seiten schlechtzureden ist wohl wirklich genauso blöd. Mehr Gnade mit mir. Wäre die bessere Idee.