Hirtenmenschen

Alle zusammenhalten, keinen übersehen. Was für ein Job!

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Interessant finde ich, sich Gedanken zu machen über sog. „Hirtenmenschen“. Suggeriert wird, dass es einige Menschen dieser „Sorte“ gibt und dass sie mit Jesus etwas gemeinsam haben, weil Jesus sich auch als Hirte für Menschen ausgewiesen hat. Dann noch die Schwierigkeit: Jesus als Mensch, Jesus als Gottes-Sohn im „Himmel/Paradies“. Mir fällt gerade keine Bibelstelle ein, die die Nachfolge Jesu so beschreibt, dass es um Hirten-Nachfolge geht. Ich soll werden wie Jesus. Es gibt eine Bibelstelle, dass es für die Schaar der Gläubigen zu wenige Hirten gibt, diese Stelle fällt mir ein. Da sind aber eher Pastoren und Gemeinde-Leiter gemeint.
    Diakone sind so richtige Hirtenmenschen. Sie waren dafür da, die Armen der Gemeinde mit Essen und Getränke und Unterkunft zu versorgen (geht in Richtung Heilsarmee), die ärmsten der Armen und auch Witwen. Witwen waren zu der Zeit sehr arm dran.
    Interessant bleibt für mich: Will Jesus, dass man sozusagen bereit ist, Hirte zu werden? Dabei ist wieder interessant, ob es ins System passt, sich selbst zum Hirten zu machen oder muss man eine Berufung spüren – bevor man so einen Job macht.
    Solche Beiträge zu schreiben, da spüre ich in mir eine Berufung bis hin zum zwanghaften Verhalten, so etwas zu machen. Es „zwanghaftes Verhalten“ zu nennen, ist aber schon extrem im Randbereich (zum Krankhaften). Nein es ist nicht krank, sondern eher aussergewöhnlich, was begrifflich einen positiven Touch hat.
    Ganz prinzipiell ist im christlichen Glauben die Frage, wo ich mich führen lassen soll und wo ich einfach machen soll. Das Gleichnis mit den 1,2,5 Talenten, die Jesus verteilt und zurück-erwirtschaftet, deutet eher darauf hin: Mach einfach, hinterher schaue ich. In der Zwischenzeit ist erst mal Funkstille zu Jesus. Andere Gläubige möchte regelrecht wie von Jesus „geritten“ werden, ER die ganze Zeit auf den Schultern mit Zügel-Ziehen nach links und rechts und geradeaus, wie es Jesus fast tagtäglich will. Es ist ein Geheimnis. Wir wissen nicht ganz genau, was Jesus da eher will.
    Sollen wir Hirten werden? Sollen wir nur dann Hirten sein, wenn wir dazu berufen wurden? – was dann in Europa zu einem Beruf mit Sozialversicherungsbeiträgen führt.

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Jeder in meinem Viertel kennt Monika. Und Monika kennt alle. Beim Warten in der Bäckerschlange grüßt Monika immer jemanden, fragt, wie es geht, ob der Frank wieder auf den Beinen ist und ob Steffis Umzug geklappt hat. Leute wie Monika nenne ich Hirtenmenschen. Sie haben ganz viele Leute gleichzeitig im Blick. Ihre Bedürfnisse, ihre Probleme. Hat Jesus das auch so gemeint, als er gesagt hat: übrigens, ich bin der gute Hirte? Hirte war zu seiner Zeit ein stinknormaler Job. Hart und unglamourös. Nicht jedem Hirten waren die Schafe deshalb wichtig. Wenn mal eins von den Wölfen geholt wurde – sorry Chef, passiert halt. Der gute Hirte, sagt Jesus, tickt anders. Er setzt, wenn‘s sein muss, sogar sein eigenes Leben für die Schafe aufs Spiel. Er schützt sie, sucht nach den Verlorengegangenen. Kümmert sich um Verletzungen. Und: jedes Schaf kennt er beim Namen. Klar, dass diese Schafe auch ihren Hirten kennen. So soll Jesus sein? Wer ihn so noch nie gesehen hat: es ist nie zu spät, Jesus kennen zu lernen. Gute Hirten haben auch viel Geduld.