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Siehe, ich mache alles neu. Das soll Gott gesagt haben. So ziemlich am Ende der Bibel. Da hatte Gott schon die Welt geschaffen, seine Menschen Mord und Totschlag begangen, Jesus wurde geboren, starb und ist auferstanden. Und jetzt nochmal am Ende auf Neuanfang? Ich weiß nicht… „Siehe, ich mache alles neu.“ Diesen Satz haben sich die christlichen Kirchen als Leitwort für 2026 gegeben. Es soll Hoffnung machen, dass alles einst gut Gedachte und ins Wanken Geratene; das Unvollkommene, nicht Fertige, Aufgegebene, doch noch die Chance hat, gut zu werden. Weil Gott nicht alles auf Anfang setzt, das wäre ja nun wirklich die Wiederholung der Wiederholung, sondern etwas tatsächlich Neues schafft. Etwas, das ich noch nicht wirklich erahnen oder entdecken kann, aber das schon irgendwo da ist. Dass das Blatt nochmal wendet. Wirklich ein neues Licht auf eine Sache oder Beziehung wirft. Das macht mich dann – allen pessimistischen Gedanken zum Trotz – irgendwie neugierig: Gott macht alles neu? Das will ich sehen. Tun muss ich dafür wohl nichts. Außer vielleicht offen sein für das Neue.

Foto: (c) radio m 










Ja mutmachend, da stimme ich Uwe zu.
Wenn Jesus sagt, ich mache alles neu, wie weit spannt man den Bogen dann? Jesus hat als Mensch 3 Jahre in seinen besten Mannesjahren gewirkt. Obwohl es nur 3 Jahre waren, war die Wirkung immens auf die Menschheit.
Göttlich und Bibel-philosophisch, kann man Jesus auf den Beginn der Schöpfung zurück datieren.
Nehmen wir mal 2 Irrungen der Christenheit heraus:
Viele jüdische Bürger unter römischer Besatzung stellten sich Reich Gottes anders vor und waren von Jesus enttäuscht. Jesus baute ein anderes Reich auf, eher eines das in den Herzen der Menschen existiert.
Viele Christen der ersten Zeit, nehmen wir die Thessalonicher, dachten, dass Jesus noch zu ihren Lebzeiten kommt. Sie machten sich grosse Sorgen über die Verstorbenen, die das nicht miterlebt konnten, dann kam die Vorstellung, dass diese Menschen aus den Gräbern aufersteht um dann Jesus doch noch zu erleben, wie er wiederkommt.
Nach heutiger Technik-Vorstellung braucht man keine Auferstehung aus Gräbern mehr, um sich eine Auferstehung vorzustellen. Vorstellungen, dass viergeteilte Menschen oder Menschen mit abgeschlagenen Köpfen oder verbrannte Menschen nicht auferstehen können, betrachten wir heute für abstrus. Begleiteffekt des „Fortschrittes“: Die Auferstehung selbst betrachten wir ebenfalls für abstrus.
Der Mensch hat aufgrund seiner Denkfähigkeit und seiner möglichen Empfindungswelt einfach das Bedürfnis, dass etwas geistig-geistliches von ihm bleibt, selbst wenn der Körper stirbt. Die Kirche verspricht es und macht ein Geschäftsmodell daraus. Die Bibel verspricht es, würgt uns aber auch Höllen-Geschichten und böse Geister in die Vorstellungswelt hinein (als Beispiel zu sehen).
Die Frage ist nun: Darf man das Gute herausdestillieren und wer erlaubt uns das? Da wir den Individualismus eh schon haben, würde ich sagen: Jeder ist für sein Gottesbild vor Gott, vor Jesus selbst verantwortlich. Und was Besseres wie Jesus ist fast nicht zu bekommen auf dieser ganzen Erde. Und Vorsicht (Beipackzettel zur Medizin): Was über Jesus berichtet wird, wurde von Menschen aufgeschrieben – mit ein wenig Gerüchteküche ist zu rechnen!
Mutmachend und hoffnungsvoll!!!