Ich will, ich will, ich will!
Warum nicht, diese schicke knallgelbe Bluse? Warum nicht, das neueste Handy? Oder ein kleiner Flirt mit dem neuen Nachbarn? Wird ja wohl erlaubt sein?
Warum nicht, diese schicke knallgelbe Bluse? Warum nicht, das neueste Handy? Oder ein kleiner Flirt mit dem neuen Nachbarn? Wird ja wohl erlaubt sein?
„Wie geht sparen?“ wurde eine Siebenjährige gefragt.[1] „Wenn ich wirklich sparen muss, dann mache ich die Augen zu. Dann sehe ich nicht, was ich alles wollen könnte!“, sagt sie. Super Antwort! Noch entscheidender ist: „Wie gehe ich mit meinen Begehrlichkeiten grundsätzlich um?“ Also Habenmüssen ist ein Problem. Es fesselt meine Gedanken, macht wünschen zum Wollen, kann sehr egoistisch sein, rücksichtslos und Menschen verletzen. In den biblischen Zehn Geboten nimmt das Begehren großen Raum ein. Mehrfach wird darauf verwiesen, dass es für einen Menschen nicht gut ist, dem Begehren einfach nachzugeben. Es gefährdet mich selbst, aber vor allem auch das Miteinander. Nur die Augen zu machen, hilft da nicht. Aber es kann helfen in sich hineinzuhören. Erstmal einen Cut zu machen. Zu überlegen, ob das, was ich so sehnlichst will, mir gut tut und nicht auf Kosten anderer geht. Warum denke ich, dass ich das oder jenes unbedingt brauche? Was treibt mich und warum fällt es mir schwer zu verzichten? Vielleicht spare ich mir dadurch einiges, auch an Leid.
[1] PhilMag Nr2/23 S.98
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Ich kenne zum Habenwollen spontan 2 Geschichten:
Als ich ca. 20 Jahre alt war, hatte ich eine Nikon-Kamera, eine Spiegelreflex-Kamera, damals der allerneuste Schrei. Ich durchlebte eine grässliche Nacht, weil ich nicht wusste, ob ich einen Weitwinkel-Aufsatz oder eine Art Fernglas-Teleskop kaufen sollte. Mich trieb das Thema so fürchterlich um, dass ich damals sogar mit einer Leitungs-Person im christlichen Bereich redete. Es war zu dem Zeitpunkt eine echte gefühlte Not!
2. Geschichte: Ich hatte einen Mitbewohner in meiner Wohnung, der war Musiker in einer christlichen Gottesdienst-Band. Er wollte immer einen leistungsstarken schnittigen BMW fahren. Er betete so lange für sich und mit anderen, bis klar war: Kaufe Dir so einen BMW. Das Glück war gross, denn Gott segnete diesen Kauf und das Glück verdoppelte sich dadurch.
Süss ist ja schon mal, wenn sich jemand überhaupt Gedanken macht, ob er/sie mit den eigenen Wünschen nicht über die Stränge schlägt.
Ich kenne jemand der das mit dem Thema Ernährung macht. Meine Reaktion darauf war: Es gibt so viele Menschen auf der Welt, die sich die super gesunde Ernährung nicht raussuchen können. Ich werde in dem Bereich nicht übertreiben und mich auch da ein wenig solidarisch verhalten.
Als Mensch muss man eben lernen, mit seinen Wünschen und Trieben umgehen zu können. Und klar, die Werbung verführt oft und gaukelt ein bestimmtes zu erwartendes Glück vor.