Jubeljahre

Pause machen ist super. Und zwar nicht nur so hin und wieder, wenn es gerade reinpasst. Pausen brauchen Struktur, dann sichern sie unser Leben.

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Ja die jüdische Gesellschaft und ihre Gesetze haben im Kern sehr viel Gutes.
    Grade so Schuldenerlass oder den Acker nach 6 Jahren mal sich selbst zu überlassen für ein Jahr.
    Natürlich wussten die Juden auch, wie man Verluste umgeht. Ich möchte wetten (ohne es leider zu wissen! – sorry an dieser Stelle), dass es 1-3 Jahre vor dem Schulden-Erlass-Jahr fast unmöglich war, einen Kredit zu bekommen. Oder es gab Kredit-Verträge, die diese Regelung aushebelten.
    Dann wird davon gesprochen «Die Bibel sagt uns».
    Bitte sage nicht «Die Bibel sagt uns», sondern sage es bitte unverklausuliert: In der Bibel steht das und das.
    Manche Menschen lassen gerne die Information weg, wie Texte in die Bibel überhaupt gekommen sind, was sicher im Einzelfall sogar eine schwere Frage ist (bzw. die unumstrittene Antwort nicht mal existiert).
    Einfacher ist es da, die Vereinfachung anzuwenden: Weil es nun drin ist, ist es Gottes Wille gewesen, egal, wie es da reingekommen ist.
    Man kann so eine scheinbar hochgeistliche Haltung einnehmen, aber wenn man dann sich gleichzeitig blind stellt für die peinlichen Stellen, die eigentlich nicht drin sein sollten in der Bibel, dann tun mir diese hochgeistlichen Menschen wieder leid. Ich nehme sie dann nicht vollkommen erst und ihr Reden ist dann irgendwie minderwertiger.

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Wieder etwas gelernt: Die Redewendung „alle Jubeljahre“ stammt aus der Bibel und bezeichnet das sogenannte Erlassjahr! Auf Hebräisch: Jobeljahr. Gott entwirft da ein Gesellschaftssystem, das es in sich hat. Zentrale Zahl ist die Sieben. Am siebten Tag ruht Gott und das sollen wir auch. Aber die Bibel ist da recht resolut: Alle sollen nämlich ruhen. Bedienstete und Reiche gleichermaßen ohne Unterschiede. Nach sieben Jahren kommt dann die Komplettpause. Ein Jahr lang sollen wir Felder brach liegen lassen. Verzehrt wird, was einfach so wächst. Und keine Sorge, Gott sorgt in dem Jahr für uns. Naturschützer befürworten Brachzeiten in denen sich Tier-, Pflanzen- und Insektenbestände erholen können. Aber so resolut? Sind dann siebenmal sieben Jahre vergangen, gibt’s gleich zwei Jahre Komplettpause und zusätzlich sollen alle, die aus materieller Not in Schuldsklaverei geraten sind, frei gelassen werden und ihren ursprünglichen Besitz zurückbekommen. Das Jubeljahr: Es verhindert, dass ungleiche Besitzverhältnisse über Generationen hinweg bestehen bleiben. Klingt unvorstellbar? Aber was, wenn das klappen würde? Armut, Hunger, Biodiversität, Umweltprobleme, wäre alles kein Thema mehr.