Kirche, gähn.

Verstaubt oder auf der Höhe der Zeit? Oder wie sollte Kirche sein?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Es gab eine Zeit, in der wurde vermittelt, die Bibel sei gut und die Kirche mache die Fehler. Wobei man an Kirche vornehmlich an das gedacht hat, was ca. 1200 Jahre den „Kirchen-Markt“ bestimmen durfte (oder eigenmächtig bestimmt hat).
    Ich frage mich oft, in wie weit ich denn solchen Meinungsströmungen ausgesetzt bin. Es gibt im kirchlichen Bereich viel, das ich über einen Zeitraum von 40 Jahren aufzählen und kommentieren könnte. Viele Strömungen verschwinden und man kann auch an der eigenen Gläubigkeit feststellen, dass es Bereiche gab, die einem heute eher peinlich sind und Bereiche gibt, die einem eher früher als schöner vorkamen. Früher war die Kirche vielfältiger und kreativer in der Methodistischen Kirche. Ich selbst war früher aktiver (und vitaler).
    Doch was ist positiv an der Kirche? Positiv an der Kirche ist, dass Sie die Lebensregeln der Menschen einfacher anwendbar oder verwendbar macht. Rauchen verräuchert den Tempel Gottes und der Tempel Gottes soll das Gebäude (mein Körper) sein, in dem der Hl. Geist nicht ausgeräuchert werden will. Darin können sich alle Kirch-Gänlger einig sein und Einigkeit macht strak.
    Ich gebe ein Hammer-Beispiel: Die evangelikale Szene sagt: Die Entscheidung, dass Du in die Hölle kommst, wenn es entschieden ist, ist nicht mehr wachsweich, sondern hart wie bei eisigen Temperaturen. Was lässt sich „die Kirche“ einfallen dazu (als einfacher zu schlucken)?: Wer kirchlich getauft wurde, der kommt ins Fegefeuer (ist die Hölle), aber kein getaufter Christ bleibt da ewig drin. Er kommt wieder raus. Es ginge ab der Taufe und ab der Kirchenzugehörigkeit, nur darum, wie lange man im Fegefeuer für seine Sünden (im Leben) büssen muss. Welche Haltung ist härter? Kirche macht es weicher fürs Leben.
    Eine Person kenne ich (ein Immobilienmakler). Er sagte mir: «Kirche ist nur wegen der sozialen Interaktionen zwischen den Menschen hier interessant. Deshalb komme ich. Was gepredigt wird und was inhaltlich richtig oder falsch sein könnte, interessiert mich nicht.» Es gibt einfach unterschiedliche Bedürfnisse, aber ich bitte Gott/Jesus dabei nicht vergessen. Jesus hat auch Bedürfnisse! Ich denke, dass Jesus sich so einen richtig coolen Haufen wünscht.

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Rede ich mit Freunden und Bekannten über Kirche, kommt meisten ein „gähhn“ und „laaangweilig“ zurück. Ich kann es ihnen nicht übelnehmen, denn irgendwie hat die Kirche einfache keine Relevanz in ihrem Leben. Oftmals tut Kirche ja auch Vieles dafür, langweilig und gesellschaftlich irrelevant zu sein. In den meisten Kirchengemeinden finden sich heute Menschen, die fast alle aus dem gleichen Umfeld kommen, ähnliche kirchliche Hintergründe haben. Und für viele Menschen ist Kirche an sich heute oft nur noch eine moralische und soziale Instanz. Doch, dass Kirche eben gerade nicht nur moralisch und sozial, sondern lebensrelevant wäre, das fällt Kirche schwer zu zeigen. Woran das liegt, das muss sich jede Kirchengemeinde selbst fragen. Aber, dass es so ist, das zeigen Kirchenaustritte und die Besucherzahlen im Gottesdienst. Vielleicht sollten wir als Kirche wieder mehr nach außen tragen, dass es der Glaube an Gott ist, der uns verbindet und der Kirche schafft. Und dass dieser Glaube an Gott sehr alltags- und lebensrelevant sein kann. In jedem Fall interessanter, als es sich so mancher vorstellt. Ich will denen, die so denken wie ich Mut machen, auf Menschen zu zugehen und ihnen von diesem wunderbaren Gott zu erzählen. Dazu müssen wir vielleicht ein mittlerweile zu enges, Jahrhunderte lang gewachsenes Korsett aufbrechen, in das sich keiner mehr zwängen will. Ich meine, dass das Gottes Vielfalt und Größe sowieso nicht gerecht wird.