Nein, nein, JA!

Nein, das sagt sich ganz einfach. Damit ist die Sache gegessen. Aber auf „nein“ hat keiner Bock. Wie wäre es, wenn das JA im Nein großgeschrieben wird?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Das Thema «ja» oder «nein» wird ja hauptsächlich von einem Bibelvers bestimmt, der sagt: „Euer ja sei ein ja und Euer nein sei ein nein“. Das uminterpretieren von Versen „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ in „Ja, ich bin der einzige Gott, der für Dich in Frage kommt“, ist ein Kunstgriff, aus meiner Sicht. Es ist eine Uminterpretation von dem was da steht.
    Ich gehe folgenden Weg: Wenn etwas dasteht, das nicht so ganz passt, sage ich erst mal: So wie es dasteht, ist es ein bisschen blöd, es gäbe bessere Formulierungen, aber die bekomme ich nicht (gerade in Bezug auf mein perfektionistisches Denken oder Denken in Richtung lieber, cooler, verständnisvoller, diplomatischer Gott – Wunschvorstellungen inbegriffen).
    Dieser Vers mit ja/nein passt in die Kategorie des Denkens von gerettet/verloren, Himmel/Hölle, geheilt/krank, auferstanden/menschentot.
    Ich wünsche mir: In allem was nur über Text geschieht, mit Wahrscheinlichkeiten zu denken. Beispiel: «Morgen fliege ich auf den Mond und spiele dort mit Gott Tennis.» Text wehrt sich gegen so etwas nicht. Unser Inneres, unser Wissen, unsere Erfahrung, unsere Prägung wehrt sich gegen so etwas. Man macht in sich eine Bewertung inwieweit das stimmen kann, dass man auf dem Mond mit Gott Tennis spielen kann.
    Mit dem Bibelvers, dass für Gott alles möglich ist, könnte man dem Tennis-Projekt vielleicht doch so 2% Wahrscheinlichkeit geben. Nehmen wir ein anderes Beispiel von der Auferstehung: Soldaten wachten über das Grab, als sie nun alle versagt haben, sind sie alle weggegangen, so dass die Frauen, das leere Grab ganz ohne Soldaten auffanden. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die römischen Soldaten die «Misserfolgs-Stelle» verlassen und nicht weiter für Untersuchungen vor Ort sind? Hier würde ich so 35% Wahrscheinlichkeit ansetzen und ein ganz Bibel-gläubiger Mensch muss zur ja/nein Entscheidung übergehen: Ja es war zu 100% so, wie es in der Bibel steht. Mit den anderen Berichten, ob im Grab Engel sassen, ob die Frauen Jesus gleich sehen durften und so weiter muss man literaturhistorisch umgehen oder wie bei Gericht: Die Wahrnehmung über einen Tatort, kann abweichen. Fazit: «ja oder nein – Denken» geht nur bei ganz bestimmten Sachen.
    Gott der alleinige Herrscher der Erde: ja, aber (Hl. Geist, Jesus, Teuel, Engel), was gilt hier?

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„Nein, mache ich nicht.“ Klare Absage. „Nein, das sehe ich nicht so.“ Klare Ansage. Und dann gibt es da noch dieses „Verbots-Nein“. Die Zehn Gebote der Bibel werden gerne so gelesen. Du sollst nicht. Begehre nicht das, was ein anderer hat. Verrate deine Beziehung nicht. Nimm einem anderen nichts weg. Für mich sind diese Neins, aber Jas. Ja zu der Freiheit die ich habe, wenn ich weiß, dass andere meinen Besitz respektieren. Ja dazu, dass die Liebe geschützt wird, als ein Ort intimster Erlebnisse, in denen Vertrauen ebenso geschützt wird wie die Würde der Person. Es sind Jas, die aufzeigen, wie viel Freiheit jeder erlangen kann, wenn sich alle an die Spielregeln halten. Größtmögliche Freiheit im Miteinander. Ich wünsche mir das auch in gesellschaftspolitischen Fragen, dass die Neins, das Ja aufzeigen. Die Klimakrise fordert Verzicht, aber was heißt das? Was ist da Ja? Was ist die Vision, die im Nein steckt? Vielleicht, dass auch meine Kinder und Enkel noch auf Spielplätzen, Grünanlagen und im Garten spielen können. Dass das Trinkwasser noch vom Bodensee kommt und die Bauernhöfe noch Ernte einfahren? Ich sag Ja.