Nur ein bisschen
Wer groß glaubt, kann auch etwas von Gott erwarten. Eine einfache Gleichung. Aber trotzdem falsch. Glaube an Gott funktioniert ganz anders.
Wer groß glaubt, kann auch etwas von Gott erwarten. Eine einfache Gleichung. Aber trotzdem falsch. Glaube an Gott funktioniert ganz anders.
Ja, ich weine manchmal. Auch vor dem Fernseher. Neulich erst bei Netflix-Serie „After life“. Der Witwer Tony versucht 18 Folgen lang, mit dem Tod seiner jung gestorbenen Frau zurechtzukommen. Er verkriecht sich, ist gemein zu anderen, benimmt sich daneben, von Gott hält er nichts. In der letzten Folge begegnet Tony dann einem krebskranken Kind. Dieses Kind fragt ihn: „Glaubst du an den Himmel?“ Und Tony antwortet: „Auf jeden Fall!“ Er spürt plötzlich, dass dieses Kind mehr Hoffnung hat als er und will dem Kind diese Hoffnung nicht nehmen. Obwohl er eigentlich nicht glaubt, glaubt er irgendwie doch. Die Begegnung mit dem Kind verändert ihn, er findet selbst wieder einen Glauben und eine Hoffnung. Das ist der Senfkornglaube, von dem Jesus in der Bibel gesprochen hat. Ein Glaube, der so klein und schwach ist, dass er fast nicht wahrzunehmen ist. Aber ausreicht, ein Leben zu verändern. Weil es nicht auf die Größe des Glaubens ankommt, sondern darauf, es überhaupt zu tun. Schon damit können wir die große Liebe Gottes erleben. Das ist himmlisch. Zum Weinen schön.
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Senfkornglaube:
Zu dem Beitrag passt der Bibelspruch: „Gott ist in den Schwachen mächtig.“ – ist Bibel-konform.
Nicht Bibel-konform ist der Spruch „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott“.
Aber wenn wir uns so ein monatelanges Ringen um Glauben und Trauer-Bewältigung anschauen, da versuche derjenige ja, sich selbst zu helfen. Und sage ich einem Menschen: „Versuch Gott zu finden.“, was mache ich da? Aktiviere ich dessen Aktivismus? Aktiviere ich seinen Glauben? Nutze ich meinen Stellvertreter-Glauben?
Bibel-konform wäre auch der Satz „Mit Deinem persönlichen Senfkorn-Glaube, kannst Du Berge versetzen.“ Aber: Ist der Bibelvers für Trauer-Bewältigung richtig angewendet (Trauer-Berge versetzen ist das Ziel)?
Ich überlege oft, ob ich als Christ etwas richtig zuordne oder ob ich was machen muss oder wann es als Christ nur die richtige Einstellung braucht und wann ich Glauben investieren muss.
Beispiel: Jung gestorbene Partner-Frau: Ordne ich den Vorgang richtig zu, muss ich was machen, reicht die richtige Einstellung, was bringt mir mein Glaube?
Das Thema geht sehr in den seelsorgerlichen Bereich über (kann ich Joachim nicht so gut! – eher analytisch denken).
Ideal wäre folgende Lösung: „Trauere hier auf der Erde nicht so viel. Ihr werdet Euch im Himmel wiedersehen.“
Schlecht wäre die Lösung: Jetzt habe ich neben der Trauer auch noch ein Glaubensproblem zusätzlich. Das ist das Gefährliche, sich mit gläubigen Menschen darüber zu unterhalten. Es gibt harte Bibelverse: „Wenn Deine Partner-Frau nicht gläubig war, siehts schlecht aus, dann müsstest Du ihr in die Hölle folgen, um sie wieder zu sehen.“ Ja wo ist sie jetzt?
Auch für Seelsorger und Gesprächs-Beginner eine extrem hohe Verantwortung.
Guter Film dazu: Hinter dem Horizont mit dem von mir besonders gemochten Robin Williams