Nur Probleme!

Wenn Probleme uns zu erdrücken drohen, ist schlechter Rat schnell gefunden. Aber gibt’s auch echte Hilfe?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Lieber Benjamin Stell Dir vor, Du hast 50.000Euro Reserve auf der Bank. Stell Dir eine andere Person vor, die keine Reserven mehr hat und Rat sucht oder unter diesen Rahmenbedingungen zumindest für den sonstigen Jammer Gehör finden will (z.B. weil Überlastung und Entlassung droht).
    Nun Deine Ratschläge:
    – Mach mehr Pausen, Du machst zu wenig Pausen
    – Ist wirklich alles so schlimm, wie Du es empfindest?
    – Du schaffst das schon, mach weiter!
    – Achte auf Dich, vermeide Überlastung
    – Blick auf das lenken, was gut ist, gut gelaufen ist bisher
    – Dein Gott ist bei Dir, ins Bewusstsein rücken
    – Erinnern, was sich schon gefügt hat an Gutem. Das Gute nicht zu gering einschätzen
    Du sagst: Hinhören sei so wichtig. Ich überlege, was in so einer Zeit ein Betroffener wie Du, der hinhört und nun mitbetroffen ist, für einen Verarbeitungsmechanismus hat, es geht um Dich. Mit welcher Haltung hörst man hin, wenn Du das Gefühl hast: Ich habe Reserven, der andere aber nicht. Worauf will ich hinaus:
    – Es kann sein, dass man mit echten Reserven (Geld, Grundstück, Gönner) ganz anders empfindet als der arme Leidende oder die arme Leidende.
    – Dann ist mir irgendwie unwohl bei diesem Holdrio-Dynamik-Redensstil (zumindest bei diesem Thema). Aus meiner Jugend kenne ich noch Pastoren, die sehr empathisch gesprochen haben (aber es gab leider auch welche, die voll rein gedonnert haben, wie man es von politischem Reden(-Geschrei) kennt). Ich vermute, dass dieser Holdrio-Redensstil aus anderen gefühlten Sicherheiten kommt, die der Ratsuchende nicht hat, im jetzigen Lebensabschnitt, in der momentanen Gefühlslage. Ein anderer Redensstil (als Abwechslung übrigens – tut Not) meine ich.
    Es fehlt mir die Ausbildung allgemein, um eben das Gute in einer Art zu erreichen, wie es das Böse auf der anderen Seite organisiert (z.B. mit Arbeitslagern und Strafgefängnissen und dergleichen). In den Kirchen erlebe ich kaum Kraft dazu. Was man eh schon 3x gehört hat, hört man nun das 4. Mal und im ERF nimmt man Lieder auf, die schon existieren und verblödet sie dabei auch noch. Ich leide daran.

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Ist wirklich alles so schlimm, wie eine gute Freundin meint, die gerade nicht mehr weiß, wo ihr der Kopf steht. Keine Angst, dies wird kein „Du schaffst das schon!“-Gelaber, das mehr zynisch, als wirklich hilfreich daherkommt. Denn ihr jetzt nur zu sagen, dass sie doch bitte auf sich achten und Pausen einplanen soll, reicht halt nicht aus. Besonders wenn mein Gegenüber mehr Herausforderungen zu meistern hat, als sie schultern kann. Dann heißt es hinhören, ernstnehmen und wenn überhaupt, dann den Blick auf das lenken, was gut ist. Das motiviert, macht neuen Mut und ist ja dann doch immer zu finden, das Gute! In der Bibel heißt es: „Dein Gott ist bei dir und versorgt dich!“ Ihm das zu glauben, öffnet meinen Blick, gerade dann, wenn ich nur noch Probleme sehe. So kann ich sehen, was ich bereits geschafft habe oder aber, was sich so ganz nebenbei doch gut gefügt hat. Vieles ist vielleicht gerade wirklich schlimm, aber umso wichtiger ist es, das Gute nicht zu gering zu schätzen.