Ohne Hände

Wer loslässt, hat verloren? Von wegen!       

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Wie gelingt das Leben? Ständig will mir das jemand in YouTube-Werbevideos erklären. Meistens geht’s darum, wie man sein Leben richtig anpackt und dann alles im Griff hat. Bei mir ist das irgendwie anders: So richtig voran gings in meinem Leben oft erst dann, wenn ich losgelassen habe: Die ersten Schritte ohne die Hand von Mama oder Papa, das erste Mal allein zur Schule, die erste Liebe an der Hand und wieder loslassen. Berufliches, private Lebensknotenpunkte. Mittendrin sein und – loslassen. So geht’s von Anfang bis zum Ende. Nur wer die Hände freihat, kann Neues fassen, sich weiterentwickeln. Persönlich, beruflich, auch in Glaubensfragen. Leicht ist das nicht…Vor dem ersten Schritt ins Unbekannte habe ich immer noch Angst. Leichter wird’s, wenn ich daran denke, dass mein Festhalten nicht alles ist. Ich werde auch gehalten. Von Gott, der zu jedem Menschen, wie ein Vater zu seinem Kind auf dem Klettergerüst sagt: Du kannst jetzt loslassen, ich halte dich. Macht den Kopf und die Hände frei.