Kommentare
Kommentieren
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!
Schreibe einen Kommentar
Manuskript / Download
Manchmal kann ich mich so richtig ärgern. Da sagt einer was, was mich verletzt und merkt es gar nicht. Meist schweige ich dazu und der Ärger steigt. Neulich war es genau so. Zufällig treffe ich die Person ein paar Tage später im Supermarkt. Erst wollte ich so tun, als sei nichts gewesen, dann sagte ich mir: „Nein; heute machst du die Klappe auf und sagst, was dich verletzt hat.“ Und siehe da? Es kam keine Ausrede, sondern ein: „Das tut mir aber leid. Das habe ich gar nicht gemerkt. Verzeih!“ Nur weil ich geredet habe, ist es auch zu einer Entschuldigung gekommen. Und damit auch zu einer neuen Chance für die Beziehung. Wenn Jesus in der Bibel auf Menschen getroffen ist, die irgendwie ein Problem hatten, dann hat er immer erst gefragt, was los ist, selbst wenn das scheinbar offensichtlich war. Erst das Gespräch hat Klärung gebracht. Erst das Gespräch hat Hilfe möglich gemacht oder Missverständnisse ausgeräumt. In Beziehung sein und bleiben heißt sich öffnen und reden. Mit Jesus, mit meinem Freund, mit wem auch immer.

Mercy Ships











Ich kenne in der Bibel ein Gespräch, das äusserst interessant ist. Es ist das Gespräch mit der Frau am Brunnen, Johannesevangelium Kapitel 4 (eine Samariterin, niedere Kaste in der Region dort) und dann noch eine Frau mit einer Vorgeschichte (Sie ist schon beim 6. Mann und vielleicht auch nicht ganz glücklich damit.). Hier kann man Gesprächs-Psychologie ablesen und scheinbar die Fähigkeit des Mensch-Jesus auch mehr zu wissen, als andere Menschen, nämlich die Vorgeschichte diese Frau (Wie stark Jesus als Mensch nur begrenzte Möglichkeiten hatte, ist nicht zweifelsfrei geklärt oder lässt sich nur bedingt ableiten.).
Als Frau wäre ich stolz auf diesen Bibel-Abschnitt. Die Samariterin wird als Mensch gesehen, mit dem man reden kann und Jesus hat mit ihr kein Problem, auch nicht wegen ihrer Vorgeschichte. Jesus ist da ein cooler Typ Mensch. Gott redet mit einem einzelnen Menschen. Er ist dabei sogar verständnisvoll und kann über Höheres reden (anstatt über Banales). Banal wäre gewesen: Heirate und ordne Dich Deinem Mann unter (als Beispiel).
Anja Du hast Glück gehabt mit dem Gesprächsverlauf. Dein Gegenüber hätte auch jemand sein können, die zwar mit Dir spricht, aber dann noch mehr Müll ablädt, als eh schon abgeladen wurde. Eine gute Erfahrung, auf die Du stolz sein kannst.
Jesus fragte vor der Heilung immer, was derjenige erwartet. Es könnte nämlich auch sein, dass jemand krank bleiben will, weil es Vorteile bringt. Wer gesund ist, muss sich wieder Arbeit suchen, als kranker und bedauernswürdiger Bettler braucht man das z.B. nicht machen.
Manche Menschen brauchen die Probleme, in denen sie stecken irgendwie, wie ein Drogenabhängiger seine Drogen. Es ist nicht selbstverständlich, dass jemand ein bestimmtes Problem loswerden will, so unglaublich das auch klingt.
Interessant wäre, wie Jesus reagiert hätte bei der Antwort: Ich will nicht geheilt werden, sondern nur, dass die Leute mehr Geld in meine Schale reinwerfen. So war es aber nie (oder nicht bekannt). Dein Gesprächsverlauf war gut und die Heilungen waren gut und gewollt.