Vatersorgen

Teenager sind stressig und sie kosten Nerven. Aber noch mehr, machen sie einem Sorgen.

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Was passiert eigentlich im Teeny-Alter?
    Ich wage einen Versuch, es zu erklären. Der Jugendliche muss lernen ein eigener Mensch zu werden und das ist erst mal hart. Wenn es nicht hart ist, ist es befreiend und beglückend, denn man kann sich überlegen, was man werden will und was einem selbst im Leben was wert ist.
    In Christlichen Elternhäusern ist leider das Thema, was richtig ist, schon extrem hart besetzt durch den Glauben der Eltern. Dieser Gott oben drüber und diese Bibel. Welcher Teeny kommt da gegen an? Väter sollen sogar ihren Sohn schlagen und es wird nicht mal gut erklärt in welchen Fällen es vielleicht einigermassen gerechtfertigt ist.
    Früher z.B. um 1930 war es noch üblich, davon auszugehen, den Willen des jungen Menschen zu brechen, damit er/sie einsieht, dass der Weg, den die Eltern vorgeben, der richtige Weg ist: Du heiratest den. Du machst den Beruf. Du unterstützt mich auf diese und jene Weise.
    Es gibt Überlegungen, die gehen davon aus, dass auf so einem Boden der Naationalsoozialiismus wachsen konnte. Massig Menschen, die Durst darauf hatten, auch mal andere niederzuschlagen und deren Leben zu verpfuschen.
    Denken wir positiv. Der Jugendliche will beides: Ein wenig Rat von den lieben Eltern aber im Wesentlichen frei seinen Weg gehen können. Nun stellt sich die Frage, ob man Vater und Mutter bleiben soll oder ob man Freund und Freundin seines eigenen Kindes werden soll dabei? Ich sagte meinem Sohn: Ich bin nicht Dein Kumpel, ich werde immer Dein Vater bleiben. Du kannst eine andere Meinung haben, aber meine Vater-Meinung bleibt.
    Ich ging in Beratung und die Damen von der Beratungsstelle sagten, dass ich seit ihrer jahrelangen Tätigkeit als Berater (meist für Geschiedene oder sonstige Problemfälle) der erste Vater gewesen sei, der mit der Frage kommt: Was ändert sich in der Beziehung, wenn die Kinder ins Teeny-Alter kommen? Ich merkte mir: Auf keinen Fall direkt loben oder tadeln, das finden Teenys äusserst uncool. Indirekt loben ist besser, z.B. Augenzwinkern und freundlich lächeln, oder mal was machen, was der Teeny als besonders cool einstuft. Nonverbal authentisch rüberkommen. Den Jugendlichen hier und da und immer öfter siegen lassen, z.B. im Streitgespräch.

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Ich habe gerade einen Teenie zu Hause. Ständig frage ich mich: „War ich auch so drauf?“ Kaum noch Geschirr in den Schränken, dafür sammeln sich so viele Pfandflaschen im Teeniezimmer, dass sich jeder Recyclinghof freuen würde. Außerdem gibt es in diesem Zimmer so viele Gerüche, dass sich die Forscher namhafter Liquidhersteller ein Loch in den Bauch freuen würden. Herausfordernd! Doch noch heraufordernder ist für mich: Ich mache mir so viele Sorgen. Wird mein Kind diese Phase gut überstehen?  Hat es die richtigen Freunde? Bleibt es mit mir in einem guten Kontakt? Sorgen über Sorgen. Aber natürlich auch Hoffnungen über Hoffnungen. Hoffentlich kein Mobbing an der Schule. Hoffentlich stark genug, um Gruppenzwang zu widerstehen. Am Ende ist für mich klar: Ich kann recht wenig tun.  In der Bibel heißt es: „Und all Eure Sorgen werfet auf Gott!“ Klingt einfach. Ist es aber gar nicht, denn ich muss loslassen lernen. Das tut letztendlich auch meinem Kind gut und mir fällt loslassen leichter, wenn ich weiß, dass Gott mit im Boot ist. Gott hat versprochen, dass er für uns sorgt – darauf traue ich und vertraue ihm mein Kind an.

 

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