Vertrauenssache
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Aber was ist mit den Dingen, die sich nicht kontrollieren lassen?
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Aber was ist mit den Dingen, die sich nicht kontrollieren lassen?
Mein Sohn ist spät dran und trödelt. Eigentlich sollte er endlich los in Richtung Schule. Da ich alle Hände voll mit seinen jüngeren Brüdern zu tun habe, rufe ich ihm noch nach: Hast du Deine Uhr angezogen und dein Vesper eingepackt? „Jahaaa!“ kommt zurück. Dann fällt die Türe in Schloss und er ist weg. Kurz darauf finde ich seine Uhr im Bad und die Vesperbox in der Küche. Sein „Jahaa!“ bedeutete also vielmehr: „Papa du nervst!“ Und damit ich ruhe gebe, schnell eine kleine Notlüge die besänftigt. Ich mach kein großes Ding draus, aber die Sache mit dem Vertrauen ist doch verzwickt. „Wer einmal lügt dem glaubt man nicht“ heißt es nicht nur, da ist auch etwas dran! Wahrheit und Treue sind unerlässliche Grundpfeiler für Stabilität und Verlässlichkeit. Ohne sie, auf was können wir dann noch vertrauen? „Gott ist treu“ stellen die Autoren der Bibel fest und finden in ihm den Halt, den sie brauchen um ihr Leben zu meistern. Sogar so viel Halt, dass sie anderen einen Vertrauensbruch vergeben und neu anfangen können. Das ist nicht immer leicht aber mit Gottes Hilfe möglich!
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Ich erlebe mit meinem Glauben oder genauer gesagt mit der Bibel einen Vertrauensbruch. Grund: Da stehen Sachen drin an bestimmten verzwickten Stellen, die Schwachsinn sind und bis an eine Christen-Verarschung grenzen.
Gib ein Beispiel an! (Es wollen Leute immer sofort wissen, wenn ich so was von mir gebe): Beispiel: Wir sollen gemeinsam beten: «Und verführe uns nicht zum Bösen, sondern erlöse uns von dem Bösen.» Ich habe es durch Abwandlung leicht deutlicher gemacht, was da gebetet wird.
Zum Thema Versuchung, gibt es einen anderen Bibelvers, der sagt: Gott führt uns nicht in Versuchung, sondern es sind unsere eigenen Gelüste nach Position, Macht, Sex, Geld und Bestimmerinnen-Ambitionen, die uns verführen, also eher unsere eigenen Gedanken.
Und Gott bitten zu müssen, ist so eine heikle Angelegenheit.
Unseren lieben Vater-Gott auch nur annähernd so hinzustellen, dass er uns zum Bösen verführen würde und wir dagegen-bitten sollen – Christen-Verarschung?
Nun findet der Vertrauensbruch nicht nur da statt mit der Bibel, sondern auch dadurch, dass es viele Menschen gibt, die die Bibel als gesamt «Gottes Wort» voll so sehen wollen, dass ich inzwischen an diesen Menschen fast verzweifle – 2. Vertrauensbruch sozusagen.
Am Sonntag redete ich mit «so einem Neu-Pharisäer». Ich wusste, dass er knüppelhart diskutieren würde. Er stimmte mir nicht zu, dass in der Offenbarung – dem letzten Buchabschnitt der Bibel – zwar von 24 Ältesten und 7 Engeln und allen möglichen Organisations-Strukturen um Gott herum berichtet wird, aber eben nichts davon dass Jesus zur Rechten Gottes im Himmel thronen wird. Und auch der Hl. Geist da an der Führungsspitze mit explizit vertreten ist.
Okay ich diskutierte und fragte mich: Wie kann man diesen Menschen erreichen? Es gelang mir, dass es ein Gespräch war und kein Streit-Gespräch und keiner von uns beiden sich in Rechthaberei verbissen haben. Darüber war ich sehr froh.