Wem trauen?

Trau, schau, wem? Dem Leben vielleicht?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Dem Leben trauen
    Dem Leben trauen trotz einer bösen Reeggierung, die vor Foollter nicht zurückschreckt?
    Gott vertrauen, dass ich nicht gefoolltert werde?
    Man kann mit Formulierungen ja allerhand machen, so dass es sich dann doch irgendwie von Gott getragen und geschmeidig anhört. Trotzdem ist es schonmal top viel Wert, dass solche Themen überhaupt bedacht werden, denn sie kommen massenhaft auf der Erde vor.
    Wir wissen nicht, wie dieser Kampf des Guten gegen das Böse stattfindet.
    Erfahrungsgemäss scheitert das Böse (z.B. eine böse Reeggierung) nach einer gewissen Zeit immer, hat aber auf dem Weg bis dorthin, massenhaft Menschenleben vernichtet und gequält. Ich habe ganz wenige Erklärungen für so etwas.
    Ich – in meinem Leben – hatte einmal so richtig das Gefühl, es mit dem Bösen zu tun zu haben und fühlte mich mal so richtig machtlos.
    Was mir half: Ich notierte möglichst alle Einzel-Vorkommnisse handschriftlich mit Datum und Uhrzeit. In bestimmten Momenten machte ich Video- und Tonaufnahmen. Das Böse ist angreifbar! Ich habe nicht gesiegt, aber ich kam recht heil raus aus der Geschichte. Es geht dann auch ein wenig um Verhandlungsgeschick: Du musst gegen das Böse noch einen 2. Trumpf haben, damit es auf den 1. Trumpf, den Du ausspielst, wunschgemäss reagiert. Regel Nr.1: Immer angemessen stark reagieren, nicht unterreagieren, nicht überreagieren.
    Für Regel Nr.2 und Regel Nr.3 will ich hier nicht den Schlaumeier spielen. Vielleicht sagt Dir Gott (oder ein Engel) dann schon: Mach jetzt das und pass dabei auf das und das auf.
    Wenn man rausgekommen ist: War es Glück, war es Cleverness, war es Zufall, war es Gott, waren es kluge und hilfsbereite Menschen? Wir wissen es nicht und die, die zu schnell behaupten, dass es Gott war, müssen sich prüfen: Will ich vor anderen Menschen so dastehen, dass Gott in meinem Leben speziell aktiv war?
    Ich versuche da sehr zurückhaltend zu sein. Bevor ich Gott ins Spiel bringe und sage ich lieber: Wahrscheinlich half mir Gott dabei. Dabei bin ich demütiger als andere Demütige und wahre Mutige.

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Meistens in den ersten Wochen des Jahres frage ich mich: Was erwartet uns wohl dieses Jahr? Als Gesellschaft und auch persönlich? Was werde ich wohl an guten Nachrichten hören? Aber auch: Wann passiert die nächste Katastrophe, die die Welt erschüttern wird? Mitten in diesen Fragen erinnere ich mich an einen Ausspruch von Alfred Delp, einem Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus:

„Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es mit uns lebt.“ Hat Alfred Delp notiert. Und das nach monatelangem Gefängnis und Folter. Wenn ein Mann wie er durch den Glauben an Gott zu einem solchen Vertrauen ins Leben kommen kann, macht mir das Mut. Alfred Delp macht mir Mut, zu glauben, dass Gott dieses Jahr auch mit mir geht. Durch alles was mich erwartet. Durch jede Hoffnungs- und Schreckensbotschaft. Durch alles Schöne. Durch alles Glück. Ich will dem Leben trauen, weil ich es nicht allein zu leben habe, sondern Gott es mit mir lebt.“