gut oder böse

Will Gutes! Setze dich für das Gute ein! Segne! Gut ist, wenn einer dem anderen hilft Lasten zu tragen. Meint der Wochenspruch für diese Woche. Was sonst noch gut ist oder sein kann, davon hören wir heute und lassen uns auf Worte eines Beters der Bibel ein. Er sehnt sich nach dem Guten und er weiß: Bei Gott werde ich es finden.

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KI – also künstliche Intelligenz ist weder gut noch böse. Das habe ich nun schon häufiger gehört. Aber sie kann natürlich Gutes, weniger Gutes oder sogar Böses bewirken. Je nach dem, wie sie eingesetzt, gefüttert wird. Manche haben schon ChatGPT ausprobiert. Wie ist das, wenn ich einen Text von einer KI schreiben lasse? Ein Gedicht oder einen Sachbericht? Eine Predigt? Ich versichere hier: Das, was ich Ihnen hier sage, hat keine KI geschrieben. Das kommt von mir. Das wiederum können Sie nun glauben oder nicht. Im Übrigen besagt eine Studie, die in der vergangenen Woche herausgekommen ist, dass die KI im Lügen deutlich besser ist, als der Mensch. Bei der Studie bekamen 700 Menschen kurze Texte, Tweets, zu ganz verschiedenen Themen vorgelegt. Manche waren gelogen, manche enthielten Fakten. Die Teilnehmer der Studie wurden gefragt: Was ist gelogen, was ist wahr? Texte, die von ChatGPT stammten, haben es um 3% häufiger geschafft, die Menschen glauben zu lassen, dass die Lüge doch eine Wahrheit ist. 3% scheint nicht viel auf den ersten Blick. Aber da Lügen im Netz millionenfach verbreitet werden, handelt es sich dann doch um eine stattliche Anzahl. Die Menge machts. Herausgekommen ist aber auch, dass ChatGPT Fakten besser darstellen kann als der Mensch. Hier sieht man: KI ist weder gut noch böse. Oder KI kann Schlechtes, aber auch Gutes hervorbringen.

Und der Mensch? Ist er gut oder böse? Der Text aus dem 1. Petrusbrief, den wir gerade gehört haben, der hat mich herausgefordert über das Gute und das Böse nachzudenken. Und  er macht in besonderer Weise deutlich, was den Menschen von einer KI, einer künstlichen Intelligenz, unterscheidet.

Gut und böse sind Erfindungen des Menschen, lese ich zuerst, als ich mich im Netz auf die Suche nach dem Guten machte und über die Suchmaschine fragte, was ist eigentlich gut?

Gut und Böse eine Erfindung also. Erfindung insoweit, dass Gut und Böse Ansichtssache ist. Es hängt von Kultur und Weltbild ab. Nun gibt es viele verschiedene philosophische Anschauungen zu diesem Thema, aber auch Vorstellungen von Gut und Böse, die religiöser Art sind. Die sich herleiten aus der Bibel.

In der Schöpfungsgeschichte lesen wir: „.. und Gott sah, dass es gut war…“. Es war gut. Nicht eine bestimmte Sache, sondern alles. Alles war gut! Das komplette Sein ist gut. Gut ist hier kein Eigenschaftswort, sondern es beschreibt vielmehr Gottes Willen. Sein Wille war: Alles Sein ist gut. Was für ein Fundament hat Gott da gelegt? Ich finde das beeindruckend. Alles Sein ist gut. Das ist die höchste Instanz: Die Idee des Guten. Daraus aus diesem Pool des Guten schöpfen wir unsere Lebensideen, Lebenskonzepte, Lebensvorstellungen. In diesem Ideenpool, der nur gut ist, liegt aller Sinn und das Wesen des Menschen. Eingebettet und geborgen im Guten.

Entscheidend für die Frage nach gut oder böse ist also dann, was ich, das Wesen Mensch, tue. Wie handle ich? All das, was mir gegeben ist, kann ich verschieden einsetzen.

Und genau hier setzen die Worte aus dem 1. Petrusbrief an. „Seid allesamt gleich gesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort.“ Höre ich. Hier kommen sie die Eigenschaftswörter, die mir helfen sollen, aus der göttlichen Idee des allumfassenden Guten, das zu tun, was diese Idee unterstützt.

Gleich gesinnt – sucht nach Gemeinsamkeiten, dann fällt es euch leichter gemeinsam Gutes zu tun.

Mitleidig – habt euer Herz am richtigen Fleck.

Brüderlich – oder schwesterlich – schaut aufeinander, weil ihr seid als Menschen allesamt verbunden.

Barmherzig – lasst euch zu gutem Handeln bewegen. Bleibt nicht unberührt vom anderen.

Demütig – bedenk, dass du wenig selbst in der Hand hast, das macht dankbar und solidarisch.

Nicht Böses mit Bösem vergelten – was bringt es dir? Es bringt noch mehr Böses in diese Welt, die doch eingebettet ist in all das gute Sein Gottes.

Kein Scheltwort mit Scheltwort – denn das Gute ist – das Böse zu unterbrechen und nicht fortzusetzen.

 

Segnet! Fordert der Schreiber im 1. Petrusbrief. Nehmt euch das Gute zu Herzen und segnet. Dazu sind wir berufen. Segen ist die Fülle Gottes über einen anderen auszuschütten. „Siehe, alles war sehr gut.“ Das soll der andere erfahren, auch wenn in dessen Alltag alles dagegenspricht.

 

Suche den Frieden und jage ihm nach. Steht da auch. Wir sind also auch zum Frieden schaffen berufen. Wer in seinem Leben auf den Gott setzt, den wir in der Bibel vorgestellt bekommen, der alles Sein für gut hält, dem kann es, dem muss es immer auch um den Frieden gehen. Spätestens der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat gezeigt: es ist nicht einfach dem Frieden nachzujagen. Frieden schaffen in einer unfriedlichen Welt, dafür gibt es kein Patentrezept, aber das darf keine Ausrede sein. Nein, es geht immer darum Frieden zu suchen, Frieden zu bringen und um Mittel und Wege zu ringen.

 

Und der Schreiber fragt uns: Was kann es schaden, wenn du versuchst gut zu sein?

Ist es nicht besser, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen?

Klingt das nicht gut? Ist das nicht einsichtig?

 

Als Christin übernehme ich Verantwortung. Das sagt mir der heutige Text. Ich übernehme Verantwortung für die Idee Gottes, dass alles Sein gut ist. Aus dieser Fülle des Guten bin ich berufen zu schöpfen: um das gute Sein für alle sichtbar zu machen. Wer nach dem Lebenssinn fragt, das ist eine Antwort: Setze dein Leben für das Gute ein, denn das entspricht dem Wesen, das Gott in allem Schaffen auch in jeden Menschen gepflanzt hat. Siehe, es war gut. Sinn, Wesen und Ziel Gottes. Sei teil davon, ruft mir der Text heute zu.

Amen