Keine Angst! Steh auf!

Den Alltag empfinden wir oft als grau und anstrengend, mehr Glanz wäre schön. Den gibt es. Aber es braucht Mut, ihn in den Alltag mitzunehmen. Gott begleitet uns dabei und er ist ein Gott, der das auch kann, erlebt ein Psalmist.

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joris
    Joris aus Backnang sagte:

    Ich finde es schön, wenn in kleinen GD vor dem Vater unser noch ein „freies“ Gebet gesprochen wird! 🙂

    Antworten

Kommentieren

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Manuskript / Download
Keine Angst! Steh auf! als Manuskript-Datei runterladen

Eines Tages, die Jünger sind mit Jesus unterwegs, gibt es ein unglaubliches Erlebnis. Voller Glück und himmlischem Licht. Kennen Sie solche Momente? Es gibt sie: Reinhold Messner, früher einer der besten Bergsteiger der Welt, hat von seiner Alleinbesteigung des Mount Everest erzählt: Wie er da oben ankam und sich hinsetzte. Und wie ihn dann ein unwahrscheinlich starker Drang überfallen hat, einfach da oben sitzenzubleiben. Nie mehr zurückzukehren. Einfach 20 Minuten warten, dann würde er das Bewusstsein verlieren, dann wäre alles vorbei. Die Welt zu seinen Füßen. So aufhören mit Leben. Er sagte, er musste sich richtig überwinden, da wieder hinunterzugehen. Wieder zu den anderen zu stoßen. Wieder in die Welt und ihren Alltag hinabzugehen.

Ich kenne solche Momente, an denen ich festhalten will, weil sie so schön sind. In den Bergen. Oder ein Konzert, der Urlaub. Oder einfach ein schöner Tag mit meiner Frau oder meinen Kindern. Auch ein Gottesdienst, der mir den Himmel ein Stück weit öffnet und ich das Gefühl habe, beinahe im Licht der Liebe Gottes zu baden.

Aber solche Momente kann man nicht festhalten. Die Situation vorbei und man sieht nichts mehr. Kein Elia da, kein Mose. Man steigt wieder hinunter oder fährt nach dem wunderbaren Glaubenskongress wieder heim. Und fragt sich am nächsten Tag, ob man das nicht nur geträumt hat?

Aber gerade das macht diese Himmelsmomente so wertvoll, so einzigartig und kostbar, sie sind unwiederholbar.

Die Jesusgeschichte auf dem Berg ist eine Sabbatgeschichte. Die Jünger und Jesus kommen vermutlich in der Abenddämmerung des beginnenden Sabbats oben an. Am Ende einer Arbeitswoche führt Jesus sich und seine Jünger aus dem Alltag heraus, um zu beten, um Abstand zu gewinnen.

Gewiss ist nicht jeder Sabbat oder Sonntag ein solch grandioses Erlebnis, aber die Geschichte erinnert uns daran, dass das auch der Sinn eines Sonntags ist. Abstand vom Alltag gewinnen. Dem Himmel näher sein. Gott begegnen. Offen sein für den Himmel.

Ein zweiter Gedanke: Gott, der Vater bringt seinen Sohn Jesus zum Leuchten.

„Dies ist mein lieber Sohn. An ihm habe ich Wohlgefallen. Auf ihn sollt ihr hören“. Man könnte es auch direkter formulieren: „Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Wohlgefallen. Auf dich sollen die Leute hören.“

Ich habe mal von einer Todesanzeige gelesen. Ein Vater ist gestorben und seine beiden Kinder schrieben auf Englisch: Dad, your son’s first hero, your daughter’s first love“. Papa, deines Sohnes erster Held, deiner Tochter erste Liebe.

Dieser Vater hat seine Kinder offenbar auch zum Leuchten gebracht.

Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter. Wie viele Töchter und Söhne warten ein Leben lang auf so einen Satz ihres Vaters oder ihrer Mutter und rennen einem solchen Leuchten ein Leben lang hinterher.

Jesus leuchtet wie die Sonne. Und die Jünger bekommen eine Ahnung, wie unermesslich groß die Liebe Gottes ist. Sie kann Menschen zum Leuchten bringen wie die Sonne.

Können wir uns vorstellen, dass Gott das auch zu uns sagt? Sagen könnte: „Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich Wohlgefallen.“

Wir reden doch immer so von der Liebe Gottes. Meinen wir damit tatsächlich eine Art Liebe, die eher der verzweifelten Liebe von Eltern gleicht, die, obwohl ihre Kinder dauernd Mist bauen, an ihnen festhalten.

Können wir uns vorstellen, dass Gott uns auch mal mit so einer atemberaubend erwachsenen Liebe anspricht und sagt: „Du, Anja/Gerrit/Markus, an dir habe ich Wohlgefallen. Du bist meine Tochter, mein Sohn, mein Kind, über dich freue ich mich riesig!“

Die Jünger bekommen eine Ahnung davon, was das für eine Liebe ist, die Jesus so zum Leuchten bringt. Kein Wunder, dass sie das unbedingt festhalten wollen. Und es ja auch festgehalten haben. Auch wenn sie keine Zelte aufstellen, um die Situation vor Ort dauerhaft zu machen, haben sie sie festgehalten: Wir können heute noch davon lesen. Lange nach der Auferstehung Jesu.

Wir leben auch von solchen Erlebnissen, in denen sich der Himmel öffnet. Vielleicht hat es manches Mal auch damit zu tun, dass vor solchen Erlebnissen oft ein Berg steht, auf den ich rauf muss. Eine Anstrengung, etwas, das ich überwinden muss. Und das dann mit einem Blick in den Himmel gekrönt wird.

Am Ende sagt Jesus einen Satz, den er häufiger sagt: „Steht auf und fürchtet euch nicht!“

Das ist ein göttliches Grundmotto, zu dem er uns immer wieder einlädt und auffordert: Steh auf und fürchte dich nicht! Geh wieder rein in deinen Alltag! Fürchte dich nicht.

Und das wünsche ich uns: Gipfelerlebnisse und Himmelreich-Momente. Momente, in denen uns das Glück dieser Erde, die Liebe Gottes oder die Liebe eines Menschen nahekommen und uns so richtig ausfüllt, zum Leuchten bringt.

Und dass wir uns diesen Satz Jesu merken und ihn mitnehmen, wenn wir wieder in unserem Alltag ankommen: „Steh auf. Fürchte dich nicht.“