Neuausrichtung
Was an Pfingsten passiert ist. Das hat Konsequenzen. Pfingsten? Schon wieder vergessen? Das Fest des Heiligen Geistes! Und der macht was. Mit uns! Davon hören wir und beten mit Worten aus Psalm 36.
Was an Pfingsten passiert ist. Das hat Konsequenzen. Pfingsten? Schon wieder vergessen? Das Fest des Heiligen Geistes! Und der macht was. Mit uns! Davon hören wir und beten mit Worten aus Psalm 36.
Frieden. Ach, wie schön wäre Frieden.
Ob leise gesagt oder herausgeschrien: Frieden wünschen sich wohl die meisten Menschen rund um die Welt. Schon immer und gerade in diesen Zeiten.
Wie schön wäre es, wenn die Menschen in Frieden miteinander leben könnten und es auch tun würden.
Frieden eine Wunschvorstellung?
Mitunter leider ja.
Frieden auf Erden wird es wohl nur geben, wenn Jesus eines Tages wieder auf die Erde zurückkehrt. Und dennoch ist Frieden auch in den Tagen, Wochen und Jahren davor nicht etwas gar Unmögliches. Frieden ist möglich – aber eben nicht all umfassend.
Im Epheserbrief gibt Paulus der Gemeinde in Ephesus eine Anleitung, wie sie den Glauben an Jesus Christus als einzelne Person und als Gemeinschaft leben können und sollen. Eine Anleitung wie Frieden im Leben möglich ist. Trotz aller äußerer Umstände.
Paulus gibt dazu Denkhinweise.
Sein erster Hinweis:
Ich bin als Christ in dieser Welt dazu berufen anders zu sein.
Als Christ lebe ich mitten in dieser Welt. Mit all ihren schönen Seiten, aber auch Herausforderungen. Keiner ist gleicher. In meinem Alltag gibt es Menschen, die so gar keinen Zugang zum christlichen Glauben haben oder haben wollen. Wir alle sind verschiedenen in unseren Bedürfnissen und Lebensweisen.
Menschen habe unterschiedliche Prägungen und tragen Bilder in sich, wie sie ihr Leben gestalten. Christen, Menschen, die aus dem Glauben an Gott, wie er sich in Jesus Christus gezeigt hat, heraus leben, haben ihre christliche Sicht auf die Welt und das Leben.
Dabei spielte Gottes Heilige Geist eine besondere Rolle. Es ist die Geisteskraft Gottes, die Christen an Pfingsten gefeiert haben. Es ist die Kraft Gottes, die uns nahe sein will. Damit wir Gott spüren in unserem Leben. In unserm Alltag. Der Heilige Geist, ist sozusagen mein neuer Zugang Situationen, Menschen und Erlebnisse neu zu bewerten. So zu bewerten, wie sie auch aus Sicht von Jesus zu bewerten sind.
Immer im Sinne, dass ich für die Situation, für den Menschen, für das, was auf mich zukommt,
versuche, die beste, respektvollste und am meisten wertschätzende Lösung zu finden.
Immer in der Demut zu wissen, dass alle Geschöpfe von Gott geliebt und als Abbild Gottes gesehen werden.
Als Christ kommt mir die Aufgabe zu und darauf weist mich Paulus hin, dass ich fortan versuche, die Welt mit Jesu Augen zu sehen. Der Heilige Geist ermöglicht mir diesen neuen Blick. Und so soll ich leben.
Paulus zweiter Hinweis:
Es fängt bei mir selbst an.
Wenn ich persönlich den Glauben an Christus für mich angenommen habe, wenn ich versuche nach Jesu Lebensregeln zu leben, wenn ich den Heiligen Geist, der mir geschenkt wurde, um den Glauben überhaupt leben zu können, verinnerlicht habe, dann ist es mir auch möglich im Frieden zu wachsen.
Jesus war ein Vorbild eines friedvollen und friedliebenden Umgangs mit den Menschen und mit Gottes Schöpfung. Das heißt nicht, dass Jesus nicht auch Konflikte hatte. Davon ist auch in den Evangelien zu lesen.
Dennoch ging es in diesen Konflikten nie um eine grundsätzliche Entfremdung von dem Menschen, sondern immer, auch in den Auseinandersetzungen mit den Pharisäern und Schriftgelehrten, darum, Menschen auf den richtigen, friedvollen Gedankenweg zu führen.
Ich soll Frieden vorleben. Der Heilige Geist, so hat es der erste Hinweis von Paulus erläutert, gibt mir die Möglichkeit meinen Blick auf die Dinge neu zu schulen.
Damit aber auf der Welt, oder zumindest in meiner kleinen Welt, Frieden herrschen kann, muss ich selbst auch den Regeln des Friedens folgen. Meine Lebensausrichtung soll also dem geschuldet sein, dass ich in jeder Situation versuche, die Wertschätzung und Liebe Gottes dem Menschen und der Situation gegenüber, als Maßstab anzulegen.
Ein Beispiel:
Meine Tochter hat etwas, was mir wichtig war, kaputt gemacht. Das ärgert mich zurecht.
Nun habe ich zwei Möglichkeiten zu reagieren.
Erstens, ich kann sie anschreien und ihr mit lauter Stimme klar machen, dass das falsch war. Vermutlich wird sie dann weinen, denn sie wollte Papa nicht enttäuschen, ärgert sich vielleicht selbst über das, was geschehen ist und dennoch nutze ich die Situatio,n um diesen Vorfall eben nicht friedvoll, sondern mit Gewalt zu lösen. Um klar zu stellen, wer hier das Sagen hat. Das wäre das Gegenbeispiel zu dem, was Paulus hier schreibt.
Die friedvollere, zweite Lösung wäre, zunächst einmal innerlich bis zehn zu zählen, bis sich mein erster Ärger etwas gelegt hat. Dann meine Tochter in den Arm zu nehmen, und ihr deutlich zu sagen, was ich davon halte, was passiert ist.
Dass mir das, was kaputt gegangen ist sehr wichtig war. Im Anschluss daran, kann ich durchaus sagen, dass wir eine Lösung finden müssen, um den Schaden wieder gut zu machen, aber eben in einem respektvollen Miteinander. So habe ich sie als Geschöpf Gottes wertgeschätzt und dennoch sage ich ihr, was ich von der Sache halte.
Zu guter Letzt gibt Paulus den Hinweis:
Nur wenn ich lerne diesen Frieden zu leben, werde ich Gott richtig kennenlernen.
Christsein ist ein Prozess. Zunächst lerne ich Jesus und Gott in der Bibel kennen.
Irgendwann habe ich den Wunsch selbst diesem Jesus nachzufolgen und bekomme durch den Heiligen Geist den neuen Blick auf mein Leben. Und dann versuche ich diese Lebensregeln, diese Glaubensregeln Jesu zu leben. Nicht weil ich Angst habe vor einem so mächtigen Gott oder weil ich glaube, dass Gottes Liebe von meinem Gehorsam abhängt. Nein, weil ich merke, dass mich das alles in eine ganz neue Freiheit führt. Gottes Liebe und seine Anleitung zum Leben führen in die Freiheit. Raus aus Zwängen und Lieblosigkeit. Raus aus Selbstzweifeln und arrogante Überschätzung. Sie taugen zum guten Leben.
Und dennoch werde ich auch immer wieder scheitern, das ist normal. Aber im Scheitern liegt auch immer ein Aha-Erlebnis, ein Verstehen dessen, was ich beim nächsten Mal besser machen kann.
Dieses neue Leben als Christ, versuche ich umzusetzen, nicht weil ich es muss, sondern weil es mir ein Bedürfnis ist, Jesu Weg zu meinem zu machen.
Und durch diesen neuen Weg, das Einsetzen Jesu Regeln in meinem Leben, den Versuch Mensch, Schöpfung und Leben friedvoll zu begegnen, werde ich zudem Gott immer besser kennenlernen. Er wird mir vertrauter. Kommt mir näher.
Gottes Wesen ist Liebe und Frieden. Wenn ich als Jesu Nachfolger versuche diese Liebe und diesen Frieden weiterzugeben, der oft so gar nicht zu dieser und meiner kleinen Welt passt, werde ich wachsen. Wachsen im Glauben an diesen einen Gott ,dem ich in diesem Leben folge.
Durch all diese Erfahrungen, werden wir den Heiligen Geist in uns spüren und Gottes Wirken in uns. Gott will uns durchs Leben führen.
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