Über allem die Liebe
Heute holen wir uns mal eine extra Portion Liebe und freuen uns, dass Gott unser sicherer Hafen ist.
Heute holen wir uns mal eine extra Portion Liebe und freuen uns, dass Gott unser sicherer Hafen ist.
Was für ein wunderbares Geschenk ist es, einen anderen Menschen so lieben zu können und im besten Fall, von der Person auch so zurückgeliebt zu werden.
Zweisamkeit in dieser Form zu erleben.
Die schönen und wunderbaren Seiten des Lebens, aber auch die Herausforderungen miteinander zu teilen.
Wie schön ist es, wenn diese Liebe von Grund auf ehrlich, selbstlos ist, wenn ich mich für und mit meinem Gegenüber freuen und auch dessen Leid teilen, mit diesem Menschen weinen und lachen kann.
Wie unsagbar toll ist es, wenn eine solche Liebe der Antrieb für viele meiner Handlungen ist.
Wie tödlich und unglücklich machend ist dagegen der Neid.
Wenn ich mich mit dem anderen nicht mitfreuen kann, wenn etwas gelingt, gut verläuft.
Wenn ich vergleiche und dem Partner oder der Partnerin den Erfolg nicht gönne.
Wenn ich missgünstig auf eine vielleicht bessere Ausbildung und das dickere Konto schaue; auf die schickeren Klamotten oder eine besondere Fähigkeit und Begabung nicht schätzen kann.
Wahre Liebe ist anders. Meint Paulus.
Aber was ist Liebe?
Paulus charakterisiert sein Liebesverständnis in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth so: sie ist langmütig, voller Geduld, nicht aufgeblasen und sucht nicht das Ihre sondern zunächst das Andere.
Dabei ist Liebe natürlich etwas anderes, als eine tiefe Freundschaft zwischen Menschen die sich grundsätzlich wertschätzen und füreinander da sein wollen. Liebe ist eine tiefere Verbundenheit.
Eine Leidenschaft und eine tief empfundene Herzlichkeit für mein Gegenüber.
Das Eins Werden von einem Ich und Du zu einem Wir. Und das ein Leben lang.
Es ist schön, wenn das gelingt und auch, wenn sich Hochzeitspaare die Worte des Apostel Paulus als Trauversprechen geben.
Doch bei aller Romantik ist mit der Liebe auch Arbeit und Aufopferung verbunden.
In Leidenschaft steckt auch das Wort Leiden. Leiden für und mit dem Anderen. In guten wie in schlechten Tagen füreinander da sein.
Liebe ist somit mehr als Hormonüberschuss.
Es ist eine grundsätzliche Entscheidung. Eine Entscheidung, die im Herzen beginnt. Und dort muss soll sie hinein und wachsen und weitergegeben werden.
Paulus beschreibt diese Liebe, die sich in meinem Herz festmachen möchte. Es ist dabei keine Liebe, die aus einem menschlichen Gefühl kommt, sondern es ist die vollkommene Liebe Gottes, die uns in Jesus Christus begegnet.
Gottes, Jesu Liebe ist so. Sie ist:
langmütig, voller Geduld, nicht aufgeblasen und sucht nicht das Ihre.
Und wir brauchen diese Liebe, um selbst lieben zu können. Um ein Stückweit diese Liebe in dieser Welt zu leben.
Vollkommen lieben, können wir Menschen wahrscheinlich nicht, aber als Gottes geliebte Kinder sind wir der vollkommenen Liebe auf der Spur.
Wir können ehrlich lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat.
Überall, wo wir in diesem Text „Liebe“ gehört haben, kann man „Jesus“ einsetzen.
Er hat in dieser Liebe gelebt und liebt uns so noch immer. Das ist die Liebe, mit der Jesus jeden von uns liebt und die uns verändern kann.
Es ist auch eine Liebe, die leidet, wenn sie nicht erwidert wird.
Das Kreuz Jesu Christi, das Glaubenssymbol von Christen schlechthin, ist der Liebeskummer Gottes, wenn wir Menschen seine Liebe abweisen, und gleichzeitig ist es das Zeichen seiner grenzenlosen Liebe zu uns. Es ist die Liebe, die uns prägen will und in der wir leben sollen.
„Über allem die Liebe“ sagte schon der große Erweckungsprediger und Kirchenvater John Wesley und meinte damit die unvergleichliche und lebensverändernde Liebe Gottes zu uns Menschen. Eine Liebe, die wir nur staunend annehmen, verinnerlichen und zu unseren Mitmenschen tragen können.
Paulus findet wunderbare Worte, um die Bedeutung dieser Liebe für die Menschen und diese Welt hervorzuheben. Er schreibt:
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.
Es gilt diese Liebe zu suchen und zu leben. Sie soll die Grundlage meines Lebens sein und der Motor. Wie und warum mache ich etwas? Macht es einen Unterschied ob ich einfach nur gut singe oder ob ich gut singe und noch dazu aus Liebe – zu der Musik, zu den Menschen? Selbst in der Gemeindearbeit, wo viele Menschen fleißig und aktiv unterwegs sind, gilt es zu fragen: Ist die Liebe zu Gott und zu den Menschen mein Antrieb?
Ohne Liebe dient so vieles nur dem eigenen Ego. Durch die Liebe bekommt alles Tun einen Sinn, eine Tiefe, eine Richtung und ein gutes Ziel: den anderen liebend in den Blick zu nehmen.
Ich wünsche Ihnen diese Liebe in ihrem Leben. Dass Sie sie erfahren und weitergeben können. Gott hat uns zuerst geliebt. Seine Liebe ist, wie Paulus es beschreibt:
langmütig und freundlich, sie eifert nicht, sie treibt nicht Mutwillen,
sie bläht sich nicht auf; verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Seine Liebe hört niemals auf.
Amen!
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