Verbockt!

Ein Mal verbockt wäre ja vielleicht noch nicht so schlimm, aber wenn es immer wieder passiert? So wird uns heute von unbelehrbaren Menschen erzählt und von einem, der erkannt hat, dass es ohne Gott nicht geht.

 

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Überführt. Überführt zu werden ist eine unangenehme Sache. Wer hat die Schokolade aus dem Vorrat verspeist? Ich. Mist. Wer hat die Schramme in der Familienkutsche zu verantworten? Mist. Ich schon wieder. Ich war es auch, die die Rechnung übersehen hat und nun liegt die Mahnung da. Nun sind das ja alles wirklich keine schlimmen Sachen. Schlimm wird es, wenn andere durch mein Verhalten Schaden nehmen. Wenn ich bewusst – und das ist ja nun wirklich schlimm – oder unbewusst einen Menschen verletze, etwas zerstöre und dann auch noch versuche, die Sache zu vertuschen. Überführt. Die, denen Jesus das Gleichnis, das wir gerade gehört haben, erzählt hat, haben am Ende verstanden, dass sie gemeint waren. Sie fühlten sich überführt. Sie verstanden, dass sie diejenigen waren, die die Knechte und am Ende sogar den Sohn des Weinbergbesitzers umbringen ließen. Sie waren gemeint. Jesus sagte ihnen auf den Kopf zu: ihr macht kaputt, ihr zerstört alles, was Gott euch schenkt. Es gibt kein Herausreden. Und sie haben es verstanden und sie gehen davon und lassen Jesus in Ruhe – erstmal.

Ich kann mit ihnen fühlen, mit diesen Überführten. Wenn ich heute, dieses Gleichnis höre, dann fühle ich aber nicht nur mit, sondern ich spüre und weiß zugleich: ich bin auch gemeint. Auch ich werde überführt. Ich brauche nicht auf die anderen damals zu schielen und kann mich nicht entspannt zurücklegen – nach dem Motto: Mir gilt die Geschichte aber nicht. Nein, ich werde genauso überführt. Denn ich bin keinen Deut besser.

Und wenn Sie es bis hierin ausgehalten haben. Wenn Sie noch nicht auf Pause gedrückt haben. Und noch nicht gedacht haben: „Jetzt ist aber mal gut. Das ist mir heute ein bisschen düster das Thema.“ Dann werden Sie jetzt belohnt. Mit der guten Nachricht.

Wer überführt worden ist, der bekommt die Chance, alles zu klären, alles ans Licht zu bringen, reinen Tisch zu machen, das Leben wieder in Ordnung zu bringen. Denn das will dieses Gleichnis in erster Linie.

Jesus will mich doch nicht einfach nur meiner Schuld überführen und mich dann meinem Schicksal überlassen. Er will mir eine Chance geben. Immer und immer wieder. Davon erzählt diese Geschichte nämlich auch.

Es ist ein altes Bild, das Bild vom Weinberg und seinen Weingärtnern. Die Leute damals verstanden gleich, dass Gott einen wunderbaren, schönen, vollkommenen Weinberg angelegt hat und sie verstanden auch, dass sie die Weingärtner sind. Wir sind die Weigärtner. Wir sind die, die diesen Weinberg bebauen und nicht immer gut pflegen. Und das ist milde ausgedrückt. Wir nehmen, was wir können. Wir beuten aus. Wir sind es sogar, die verbrecherisch handeln, die töten. Die Gewalt unter die Menschen bringen. Wir führen Krieg. Gott schickt immer wieder jemandem zum Weinberg, um zu schauen, wie es läuft und um etwas von den Früchten abzubekommen. Aber das wollen die Weingärtner nicht. Das ist ihnen zu viel. Warum etwas abgeben? Warum dankbar sein? Da wird der gesandte Knecht lieber erschlagen.

Doch Gott versucht es immer und immer wieder. Er schickt noch einen Knecht hin und noch einen. Er gibt nicht auf. Er lässt seine Menschen nicht im Stich. „Warum tun sie das immer wieder?“, fragt sich Gott wohl. Warum tun sie es immer und immer wieder? Gott gibt nicht auf. Gibt die Menschen nicht auf. Er schickt am Ende sogar seinen Sohn. Doch auch dieser wird erschlagen.

Auch Jesus wird sterben. Auch er wird von den Menschen verraten und hingerichtet.

Jesus sagt seinen Zuhörern auf den Kopf zu, dass er weiß, dass sie auch vor ihm nicht einhalten werden. Er überführt sie.

Jesus überführt uns mit diesem Gleichnis. Und wenn ich es heute höre, dann kann ich entscheiden, was ich daraus mache.

Ich kann mich überführen lassen und leugnen oder ignorieren. Ich kann aber auch die Chance zu einem Neuanfang nutzen. Ich kann mir eingestehen, dass ich es immer wieder verbocke im Leben. Fehler mache. Schuldig werde. Mich rausrede. Dass mein Lebensstil auf Kosten anderer geht und ich mit der Welt nicht immer so umgehe, wie es gut wäre. Und ich kann dann den nächsten Schritt gehen und auf den Eckstein schauen, von dem im Gleichnis die Rede ist. Das ist Jesus. Jesus sagt uns in dem Gleichnis, wie ein Leben im Weinberg Gottes aussehen kann. Mach Jesus in deinem Lebenshaus zum Eckstein. Der Eckstein, kann ein Grundstein sein. Der Stein, auf dem das Haus errichtet wird. Der Eckstein ist auch der Stein, der für Stabilität sorgt, der die Last trägt und ausgleicht. Wenn Jesus der Eckstein meines Lebenshauses ist, dann spielt seine Liebe zu den Menschen und zu der Welt eine tragende Rolle in meinem Leben. Dann ist mir sein Handeln Vorbild und gibt mir Kraft, mutige Lebensentscheidungen zu treffen. Hilft mir, mich immer wieder für das Gute zu entscheiden, selbst wenn das beschwerlich und für mich unbequem ist.

Die gute Nachricht dieser Geschichte ist: ganz gleich wie oft du es schon verbockt hast, Gott wird nicht müde darin, dir anzubieten dein Leben nach Jesus auszurichten. Verwirf dieses Angebot nicht. Hol ihn hinein in dein Leben. Mach ihn zum Maßstab deines Handelns, dann wirst du kein unbelehrbarer Weingärtner bleiben. Selbst wenn es dann wieder mal schief gut, wenn ich es wieder mal verbocke, dann wird der Eckstein mich halten und tragen. Amen