Wie heißt Du?

Ob Erich, Horst, Gunhilde, Walburga oder Tanja, Melanie, Klaus, Markus. Ob Jenny, Lotta, Emma oder Max. Der Name ist bedeutend, ob er mir gefällt oder nicht. Der Name macht was. Was? Darüber machen wir uns heute Gedanken und freuen uns über einen Beter, der verstanden hat: Gott ist alles und überall.

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Ich tue mich schwer damit, mir Namen zu merken. Es kommt immer wieder vor, dass ich neue Menschen kennenlerne. Oft sagen sie dann ihren Namen. Selbst wenn ich mich konzentriere kann es sein, dass ich ihn am Ende des Treffens wieder vergessen habe. Besonders peinlich, wenn man Menschen öfter trifft und sich auch nach Monaten einen Namen einfach nicht merken kann.

Wenn ich dann mal wieder nachfrage, höre ich öfter den Satz „Ach Namen sind Schall und Rauch…“ So als ob es nicht wichtig wäre, dass man jemanden mit seinem Namen anredet.

„Ganz und gar nicht!“ möchte ich sagen. Namen sind sehr wichtig. Einen Menschen mit seinem Namen anreden können ist wichtig.

Alle Lehrerinnen und Lehrer wissen das. Und geben sich die größte Mühe, Ihre Schüler:innen nach kürzester Zeit mit dem Namen anreden zu können.

Unser Name signalisiert, dass wir gesehen werden. Als Menschen, als Person. Als eigenständiges Wesen.

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es in Tageszeitungen mal eine Aktion, die nannte sich „miteinander reden“. Zu sehen war das Foto einer jungen Frau, die die Zeitungsleser:innen etwas nachdenklich, aber freundlich ansieht. Daneben stand fett gedruckt als Text: „Mein Name ist Jitka“. Und darunter stand: „Und vor vier Worten war ich noch eine Fremde für Dich.“

Wer einen Namen hat, wird gesehen. Wer sich einen Namen gemacht hat, vielleicht sogar bewundert.

Ohne Namen werden wir als Person unwichtig. Wenn wir Glück haben, ist noch unsere Funktion wichtig: Herr Pastor oder Frau Doktor. In unserer globalisierten Welt spielen wir häufig als Einzelne oder Einzelner gar keine Rolle mehr. Dann sind wir nur noch eine Nummer, eine Arbeitskraft, ein Kostenfaktor, ein Flüchtling, eine Fremde, Kunde, Rentner, Single oder sonstwas. Im Grunde ein Objekt.

„Nehmen Sie es nicht persönlich“. „Es geht gar nicht um Sie, es geht um die Sache“. Selbst gut gemeinte Ratschläge machen uns im Grunde nur klar, dass wir für unser Gegenüber als Einzelperson gar keine Rolle spielen.

Interessanterweise gibt es daneben einen Gegentrend, der uns in unserer Zeit zwar sehr persönlich anspricht, aber es im Grunde nicht wirklich gut mit uns meint: personalisierte Werbung. Nicht umsonst sollen wir mit unseren Daten vorsichtig umgehen.

D.h. auch die Werbeindustrie weiß genau, dass wir uns geehrt fühlen, wenn wir mit unserem Namen angesprochen werden. Wenn wir das Gefühl haben, dass wir persönlich gemeint sind. Auch wenn es am Ende nur um unser Geld geht.

 

Wir sehen in alldem: Namen sind alles andere als Schall und Rauch. In unserem Namen werden wir gesehen, fühlen uns wahrgenommen und persönlich gemeint.

Das ist gut. Vor allem, wenn derjenige, der uns mit unserem Namen anspricht, es gut mit uns meint. Fürchte dich nicht.

Das Volk Israel war damals in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Vernichtet. Von den Babyloniern erobert und nach Babylon zwangsumgesiedelt. Sie hatten keinen Namen mehr, waren untergegangen in der Masse der vielen eroberten Völker.

Gott gibt ihnen ihren Namen zurück: So spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht….

Das Gefühl beachtet und wahrgenommen zu werden, ist existentiell für uns. Überlebenswichtig. Von anderen Menschen gesehen zu werden. Und von Gott.

Nicht drohend: Ich sehe dich! Sondern voller Liebe: Fürchte dich nicht. Ich rufe dich bei deinem Namen.

Wir sind von Gott gesehen. Er gibt uns Bedeutung. Er sieht nicht nur unsere Funktion oder unsere Rollen. Er sieht uns. Persönlich. Individuell. Er gibt uns Bedeutung, Würde, Wertschätzung.

Das gibt uns Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl – oder kann es uns geben. Will und soll es uns geben.

Und das wünsche ich Ihnen – neue Kraft. Und das Gefühl – Gott sieht mich und liebt mich. So gehe ich in meinen Tag und durch mein Leben.