Da war es weg
Das Haus verliert nichts, sagt der Volksmund. Nun ja, auch der kann sich täuschen. Blöd, wenn etwas verloren geht. Schlimm, wenn ein Mensch verloren geht.
Das Haus verliert nichts, sagt der Volksmund. Nun ja, auch der kann sich täuschen. Blöd, wenn etwas verloren geht. Schlimm, wenn ein Mensch verloren geht.
„Und findet der wirklich ALLE wieder?“ will mein Sohn aufgeregt wissen. Im Kindergarten haben sie die Geschichte vom verlorenen Schaf gehört und passend dazu Schafe suchen müssen. Jesus soll diese Geschichte erzählt haben. Seine Zuhörer hatten sich zuvor darüber geärgert, dass Jesus sich mit Betrügern und anderen Menschen mit schlechtem Ruf eingelassen hat. Jesus erzählt dann von einem Hirten, der ein Schaf verloren hat. Um es wiederzufinden, lässt er die restliche Herde zurück. Der Hirte sucht unermüdlich bis er das verlorene Schaf endlich findet. Überglücklich feiert er ihm zu Ehren ein Fest. „Genauso freue sich Gott“, schließt Jesus seine Geschichte. Und um die Frage meines Sohnes zu beantworten: Ja, er findet jeden von uns. Egal wie tief wir uns verirrt, von ihm entfernt oder was wir auf Irrwegen verbrochen haben. Weil wir es ihm wert sind. – Ein Geschenk!
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Ich denke, dass das Thema vom heutigen Beitrag ist: Kleinreden, Grossreden, Wahrhaftigkeit.
Wenn Jesus von 99 Schafen redet, wir aber 8 Mrd. Menschen auf der Erde sind, so betreiben wir Grossreden mit einem Gleichnis von Jesus. Wenn ich in Zweifel stelle, dass das Gleichnis auf 8 Mrd. Menschen anwendbar ist, so betreibe ich Kleinreden. Nun gehen wir an das Thema „Wahrhaftigkeit“ ran. Wahrhaftig kann man auf vielerlei Weise sein. Beispiele: Ich bin insofern wahrhaftig, dass ich erkläre, in welchem Kontext dieses Gleichnis steht und ich gebe nur das wieder, was wirklich dasteht. 2. Möglichkeit: Ich bin nur insofern wahrhaftig, dass ich versuche das Gleichnis so zu verstehen, wie Jesus es gemeint hat und gebe das so (wahrhaftig gemeint) an die Öffentlichkeit weiter. 3. Möglichkeit ich spekuliere, welche Möglichkeiten Jesus heute hat, um auf Menschen einzuwirken oder sie zu suchen und bin insofern wahrhaftig, dass ich zugebe, hier ein wenig zu spekulieren.
Als ich Zeugen Jehovas zu mir zu Besuch hatte, sagte ich ihnen, dass unsere Tugend ja eigentlich die Demut ist. Indem wir aber die Bibel lesen (Gleichnisse lese) und damit wissen, was mit all diesen Personen passiert ist, von denen wir lesen dürfen, stehen wir sozusagen oben drüber und können sagen: Ja da wurde er gekreuzigt, ist aber dann auferstanden. Oder da wurde Paulus von den Römern in Schutz genommen, um nicht von den Leuten gelüncht zu werden, die sich in ihrem eigenen religiösen Verständnis/Wertesystem verletzt fühlten.
Der Hochmut entsteht dadurch, dass eine Situation wie die Gefangennahmen von Jesus in der Situation (selbst erlebt) schwer auszuhalten wäre. In der Situation ist die Lage unvorhersehbar, ob Paulus nun gelüncht wird oder nicht. In so einer Situation muss man demütig sein, ob man «bewahrt» wird und wenn man die Bibel liest, kann man hochmütig sein, denn a) ist man selbst dem «Verfolgungs-Stress» nicht ausgesetzt und b) man weiss durch das Lesen, wie es (ungefährlich für den Leser selbst) weitergeht.
Beim Auslegen eines Gleichnisses muss man auch aufpassen, dass man nicht zu schnell meint, man verstehe es und man ist in keinem Fall diese eine Schaf, sondern sicher eines der 99 Schafe. Wobei das Bildnis vom Schaf auch wieder seine eigene Interpretation zulässt. Nehmen wir an, dass Jesus gesagt hätte: Ich habe 99 Pferde und eines davon ist weggelaufen. Fühle ich mich eher als Pferd oder als Schaf?