Früher war alles besser – Ne, doch nicht
Die altbekannte Phrase „Früher war alles besser“ hat gar nicht mal so viel Realität. Trotzdem glaubt man fest daran und will sich gar nicht vom Gegenteil überzeugen.
Die altbekannte Phrase „Früher war alles besser“ hat gar nicht mal so viel Realität. Trotzdem glaubt man fest daran und will sich gar nicht vom Gegenteil überzeugen.
Das waren noch Zeiten als ich mit meinen Freunden Sommerbiathlon mit den Inlinern gespielt habe. Mit den Walking-Stöcken meiner Mama haben wir uns angeschuckt und dann die Zielscheibe angetippt. Wir haben jeden Tag neue Rekorde aufgestellt und unsere Fußfertigkeit auf den Inlinern trainiert. Manchmal wäre ich gerne wieder 10. Da habe ich mich immer nach der Schule um Drei mit meinen Freunden verabredet. Das fehlt mir heute irgendwie. Früher war irgendwie alles besser. Okay, nicht alles, aber zumindest fühlte sich alles leichter an. Wobei? Leicht fühle ich mich heute auch noch, wenn ich in der Sonne sitze und häkle, zum Beispiel. Vielleicht ist es die Spontanität? Ich war damals schon sehr spontan… Ne, das stimmt eigentlich auch nicht. Ich verabrede mich auch heute noch für „in 10 Minuten“. Warum denke ich mit 21, dass früher alles besser war – als Kind?! Vielleicht weil ich damals diese Verantwortung nicht hatte, die ich heute für mein Leben habe. Meine Eltern haben für mich gesorgt. Und Gott auch. Aber das tut er heute auch noch. Gott sorgt sich um mich. Ich bin ihm wichtig. Ganz egal, wie alt oder jung ich bin. Er nimmt mich an die Hand und zeigt mir, wo ich meine kindliche Leichtigkeit und Spontanität auch heute noch wiederfinden kann.
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Es dreht sich in Euren Beiträgen immer wiederkehrend viel um das Thema „Kind sein“, Erlebnis mit Kindern, wie reagierte ein Kind, wie toll sind Kinder. Kinder sind wunderbar und oft sehr unverfälscht menschlich. Unschuldige Wesen (Keine Reinkarnation, dass an dem Kind dieses oder jenes Vorleben „dranhängt“ – kann man ja auch glauben).
Jesus sagt: Lasset die Kinder zu mir kommen. Jesus sagt: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr das Reich Gottes nicht bekommen. Und dann könnte man wieder über das „Reich Gottes“ diskutieren: Hier auf Erden, später „im Himmel“?
Mein Freund ist ein totaler Fan von diesem Satz, dass man werden soll wie die Kinder. Aber ich erlebe das beim ihm eher so in die Richtung: „Die offizielle glaubensverbrämte Erlaubnis, um sich kindisches Verhalten und wenig Verantwortung für die Umwelt (Mitmenschen, Nachbarn) leisten zu müssen.“ — Richtig „Kind Gottes“, wie es in der christlichen evangelischen Glaubens-Szene verstanden wird, das will er nicht sein.
Bei Kindern geht man kaum Risiko ein, wenn man dazu einen Radiobeitrag macht. Da spielt Sexleben noch keine Rolle. Da spielt das Geschlecht noch keine Rolle.
Ich machte mir schon für ältere Menschen folgende Gedanken: Stellen wir uns vor, dass Jesus als Mann, bevorzugt Frauen mag? Wie gleichen wir das aus als Männer? Ein Ausgleich: Er suchte sich 12 Jünger (Männer) und nicht 12 Frauen (obwohl es auch eine Frauengruppe gab, die immer wieder erwähnt wird in den Evangelien).
Sexualleben: Waren diese Frauengruppe und diese Apostel immer voneinander getrennt? Verliebten sich da Gleichgesinnte ineinander? Es wird rein gar nichts darüber berichtet. Jesus musste rein von der Überlieferung her keinen einzigen verzwickten Jünger-liebt-Jüngerin-Fall lösen. Hildegard von Bingen schon: Wer hat diese Nonne geschwängert? Der soll sich melden! Kein Mönch meldete sich (obwohl es einer der Mönche ganz sicher war)!
Als Erwachsener kommt man ich viele schwierige Situationen. Und oft denke ich, dass Männer stärker in verzwickte Situationen kommen. Oft dachte ich schon, ich bin in einer Situation, die Gott/Jesus immer wieder hat: Wie löst man nun diesen schwierigen Fall, wenn Liebe da ist, für das Opfer, aber auch Liebe (oder Geduld) da ist, dem Täter gegenüber!