Haste mal 5 Minuten?

Manchmal sind die kleinen Dinge entscheidend: Ein heißer Kaffee, ein freier Parkplatz, ein offenes Ohr. Trotz vollen Einkaufstüten morgens um neun.

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Neulich, morgens. Kind in der Kita abgegeben, jetzt noch schnell zum Bäcker. Beim Rausgehen stupst mich jemand an. Hast du kurz Zeit für mich? Es ist eine Bekannte, ich nicke überrumpelt. Wir kennen uns nur lose, was sie wohl von mir will? Schon bricht es förmlich aus ihr heraus: Familienstress, Beziehungsnöte, Krankheit. Da kommt gerade richtig was zusammen. Sieht man ihr nicht an, diese Last, muss aber wie drei XL-Waschmittelkartons auf ihren Schultern drücken. Was soll ich jetzt sagen, wie kann ich ihr schon helfen? Also höre ich zu und merke: Eigentlich weiß meine Bekannte schon ganz gut, was sie tut. Sie sucht gar keine Ratschläge, sondern einfach nur ein Gegenübe. Jemanden der zuhört und mitfühlt. Mitflucht, über das, was schiefläuft und sich mitfreut, über jeden kleinen Silberstreif am Horizont. Kann ich das? Kannst du, ermutigt mich die Bibel. Weil Gott dich in Not tröstet, heißt es da, bekommst du auch die Kraft andere in Not zu trösten. Künftig brauche ich nur noch mehr Mut dafür.