Hörzu!
Eltern wünschen, Kinder erfüllen – oder auch nicht. Warum tun Kinder einfach nicht, was ihre Eltern ihnen sagen?
Eltern wünschen, Kinder erfüllen – oder auch nicht. Warum tun Kinder einfach nicht, was ihre Eltern ihnen sagen?
Als würde ich mit einer Wand reden! Frustriert wiederhole ich zum gefühlt hundertsten Mal: „Putz dir jetzt bitte deine Zähne, wir müssen los!“ Aber mein Sohn reagiert nicht mal. Oder er läuft in Richtung Bad, kommt da aber nie an. Oder, und das ist neu: Er äfft mich genervt nach. Geduldig versucht meine Frau, ihm die Folgen aufzuzeigen. „Je später wir loskommen, umso weniger Zeit hast du im Kindi.“ Das ist ihm eigentlich wichtig! Viel Zeit im Kindergarten haben! Aber auch wenn er sie hört, hört er offensichtlich nicht zu. Stattdessen zeigt er auf eine Amsel, die sich im Garten gerade ein paar Beeren pickt. In mir kreisen die Gedanken: Warum hört der nicht zu? Keiner will ihm etwas Böses! Ganz im Gegenteil! Wenn er im Herbst in die Schule kommt, muss das funktionieren. Andererseits… In der Bibel zeigen mir gleich mehrere Geschichten, wie wichtig Zuhören sein kann. Selbst dieser allwissende Gott hört uns zu, reagiert auf das, was wir ihm sagen. Also setze ICH mich hin und gebe meinem Sohn die Zeit, sich mitzuteilen, höre ihm zu. Das führt nicht immer zu einer Erleuchtung, aber häufig klärt sich, dass sein Trödeln, Weghören oder Verweigern keine böse Absicht sind, sondern Gründe haben, die ihn beschäftigen.
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Was jetzt wirklich los war mit dem Sohn, wissen wir nicht.
Für mich hört es sich so an, als ob der Sohn die Grenzen ausloten will.
Am Anfang der Erzählung gab es ja noch nicht die Amsel, mit der man sein Verhalten hätte begründen können.
Ich tippe darauf, dass der Sohn die Grenzen wissen will. Wann wird mein Vater mal richtig wütend. Was macht mein Vater, wenn man ihn blockiert bei dem, was er vorhat? Der Beitrag sagt: Unterstell Deinem Sohn nichts Böses dabei und schenke ihm Zeit.
Wir wissen, dass Zeit eines unserer kostbarsten Güter ist. Ich schenke Zeit diesem Kommentar. Ich schenke Zeit diesem „radion m“ System.
In Wirklichkeit bin ich nicht selbstlos. Wenn ich diese Möglichkeit nicht hätte, meine Meinung kundzutun, würde mir was fehlen in diesem Leben.
Mittendrin im Beitrag kommt dieser Satz:
„Selbst dieser allwissende Gott hört uns zu.“
Aussagen wie «Wir haben es mit einem allwissenden Gott zu tun», erinnern mich an den Islam. Der «allwissende Gott» ist dann ein Überwachungs-Gott oder ein Gott der das «alles überwachen» gerne macht. Man schreibt Gott etwas zu, womit er «formal anerkennend» zufrieden sein müsste (eigentlich).
Es ist schwer, Gott hier einen Charakter zuzuweisen. Macht Gott/Jesus alles selbst, oder ist er ein Teamplayer zusammen mit seinen Engeln? Zusammen mit Jesus und der Heiligen Geistin? Hat Gott den Zugang zu einem einzelnen Individuum immer, oder stellt er (Gott/Jesus), diesen Zugang erst her, wenn ein Mensch auffällig wurde, so wie der Sohn im Beitrag? Was nicht passieren darf: Gott-Missbrauch (und unfaires Ausloten seiner Grenzen).