Sagt wer?
Chef, Kinder, Kollegen – alle wollen etwas von mir. Aber auf wen höre ich? Und wie entscheide ich, wem ich zuhöre?
Chef, Kinder, Kollegen – alle wollen etwas von mir. Aber auf wen höre ich? Und wie entscheide ich, wem ich zuhöre?
Von wem lass ich mir eigentlich in mein Leben reinquatschen? Bei mir Zuhause Dauerthema. Ich höre oft: Immer bist du der Bestimmer, das ist voll unfair! Ja, vielleicht. Aber nötig. Aber auch ich höre auf andere. Weil ich muss, oder weil ich hoffe, dass mir das hilft. Ärzte, Automechaniker oder erst neulich beim Frisör: Eigentlich wollte ich meine Haare wachsen lassen, nachher waren sie 10 cm kürzer. Sieht aber wirklich besser aus. Ist halt Vertrauenssache, auf wen ich höre. Als Christin vertraue ich auch auf Gottes Meinung zu mir und meinem Leben. Das in meinem Leben umzusetzen fällt mir trotzdem nicht immer leicht. Klar, kann man auch Gott fragen: Hey, warum denkst du, sollte ich wirklich so leben? Meinen Nächsten lieben, meine Feinde, oder mehr in Menschen als in mein Bankkonto zu investieren. Gibt’s Risiken? Gottes Antwort verstehe ich nicht immer gleich. Manchmal aber doch. Wenn ich Christen um mich rum erlebe, die einfach so ihr Ding machen. In sich ruhend, wie von innen leuchtend. Begeistert. Und die sich nicht darum scheren, ob „man“ so lebt. Vielleicht, weil sie sich ständig vom Heiligen Geist reinquatschen lassen. Dieser besonderen Kraft, die Gott geschickt hat und die alle, die an ihn glauben, täglich begleiten soll. Neue Kraft, Glaube und Freude inklusive. Was für ein Geschenk! Besonders für all die, die gleich wieder Bestimmer sein müssen.
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Wie man sich von Gott reinreden lässt, in sein Leben reinreden lässt, ist natürlich wieder hoch komplex.
Ich stelle fest, dass es Menschen gibt, die gar nichts mehr so recht glauben können.
Ich stelle fest, dass es Menschen gibt, die Glauben mit Einbildungskraft verwechseln.
Ich gehe mit mir sehr ehrlich und nüchtern um.
Ich rede nicht so schnell davon, dass mir hier und da Gott geholfen hat, oder ich auf ihn gehört habe. Das Problem ist nämlich die Eifersucht anderer Menschen, wenn ich so was behaupte, dass Gott mich führt oder geführt hat.
Das ist so ungefähr so, als würdest Du Deinem Arbeitskollegen sagen, dass der alleroberste Boss, Dir eine ganz bestimmte Hilfestellung gegeben hat.
Man kann Missbrauch mit solchen Geschichten treiben und sie als «verschleierte oder offenkundige Missionsarbeit» auslegen. Man kann solche Geschichten missbrauchen, um sein eigenes Amt in besonderer Weise zu legitimieren.
Ich stelle fest, dass mit jeder Beziehung zu Gott auch eine Intimität verknüpft ist. Gott will nicht, dass man prahlerisch unterwegs ist, wenn er mit Dir in Kontakt war.
Dazwischen ist die Engels-Welt. Ich vermute, dass bei Engeln die Regel gilt: Bau keine persönliche Beziehung auf und gebe Dich nicht als Gott aus: Sei Überbringer der Nachricht und distanzierter Beobachter Deiner Zöglinge.
Diese Gedanken sind Spekulation, aber ich bekomme ein schlechtes Bauchgefühl bei den Leuten, die meinen, dass die Bibel genauere Strukturen bekannt gibt, wie die Informationsübertragung vom gläubigen Normalbürger zu Gott und von dort zum Normalbürger geht.
Ich ärgere mich, wenn eine ganz leise feine Stimme in mir sagt: Tu das oder jenes. Lass das oder jenes —– Und ich höre nicht drauf. O Je o Je. Meistens ergibt sich daraus aber nur ein mühsamer Umweg und ein Schmunzeln meines zuständigen Engels.