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„Alle bekommen das Gleiche, egal wann sie kommen und was sie tatsächlich arbeiten“. Das ist nicht von Karl Marx, sondern von Jesus. In einer Geschichte erzählt er, dass Arbeiter am Ende des Arbeitstages alle die gleiche Menge an Lohn bekamen, ganz gleich wie lange sie dort und was sie dort gearbeitet haben. Einerseits paradiesisch, anderseits doch absolut ungerecht!
Aber wäre es nicht schön? Gleich wie viel jemand leisten kann, vielleicht weil er gehandicapt ist, er würde Solidarität erfahren. Menschen müssten sich nicht mehr schlecht fühlen, weil rein kräftemäßig eben nicht so viel drin ist wie bei anderen. Alle arbeiten. Unterschiedlich. Und doch haben alle gleichermaßen viel zum Leben. Natürlich ist auch mir klar, dass dieses Modell in der Realität nicht wirklich umsetzbar ist. Den Gedanken dennoch ein wenig in unsere Alltagsüberlegungen mit einzubeziehen – könnte sich aber lohnen.

Foto: (c) radio m, Anja Kieser
© Elke Möller 










Soweit ich informiert bin, sind die Tage-Löhner Matth. 20 den ganzen Tag rumgestanden und haben Marketing für sich selbst gemacht (ist auch Arbeit). Zudem geht es um Arbeiter für das Reich Gottes, dass Menschen dafür gewonnen werden. Viele Menschen machen das erst spät.
Bei Gleichnissen muss man aufpassen, ob sie a) so tatsächlich passiert sind oder passieren werden oder es eben Gleichnisse (nur Beispiel-Geschichten) sind und b) dass man sie richtig anwendet, nämlich für das, wofür sie gedacht sind.
Ich kenne z.B. ein Gleichnis, bei dem Jesus den Zuhörern (die Betroffenen selbst), in dem Fall die Schriftgelehrten und Pharisäer (heute wären das die religiösen Besserwisser und die Besitzstand-Verteidiger des vorhandenen Systems) ein Gleichnis erzählt, das endet mit dem Satz: „Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten auferstünde.“
Hier geht`s um Engstirnigkeit im Umdenken in dem zuletzt genannten Gleichnis. Es gibt auch Menschen die sehen es so: Jesus hat das erzählt, also ist es mit dem armen Lazarus tatsächlich so passiert. Das geht leider nicht.
Was hier im Radio nicht geht: Einfach eine politische Aussage aus dem zu machen, was in der Bibel steht, z.B. denjenigen, die keine Arbeit finden, bekommen auf biblischer Grundlage einfach ein „bedingungsloses Grundeinkommen“.
Bei den Tagelöhnern war Bedingung: Sie boten sich den ganzen Tag zum Arbeiten an. Gut, das kann man dann auch wieder hinterfragen, ob das eine politische Dimension hat, denn man muss bei der Bibel auch die Frage erlauben: Gibt es dort auch versteckte Manipulation, auch Manipulation von Text: Wer keine Arbeit hat, soll sich zumindest den ganzen Tag zur Arbeit anbieten, auch als grenzwertig zu sehen.
Man hat nur eine Chance: Mit dem Geist Gottes in sich selbst zu spüren, was wirklich relevantes Evangelium ist.