Geist der Hoffnung

Pfingsten! Aussendung der Freunde! Gründung der Kirche! Sprachenwunder! Aber vor allem: Gottes Heiliger Geist kommt zu jedem Menschen, der sich dafür öffnet. Und was soll das? Wir hören es. Es hat mit Visionen zu tun. Visionen, die Gott möglich macht. Das weiß auch unser Psalmbeter.

0 Kommentare

Kommentieren

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Manuskript / Download
Geist der Hoffnung als Manuskript-Datei runterladen

Was für eine Geschichte! Ein Wüstenfeld an toten Gebeinen. Makaber, trostlos, grausam, unvorstellbar. Ich sehe ein Gebeinhaus vor meinem inneren Auge. Toter geht es nicht. Ein Bild absoluter Hoffnungslosigkeit. Das hat sich dem Propheten Hesekiel so dargeboten. Eigentlich ja auch kein Wunder. Hesekiel und das Volk Israel lebten im 6. Jahrhundert vor Christus nach einem zerstörerischen Krieg in Lagern bei Babylon. Verwüstet. Vertrieben. Gefangen. Zerstört. Wie totes Gebein. So war auch die Lage des Volkes Israel. Da hinein erfüllt der Geist Gottes Hesekiel und schenkt ihm eine Vision. Eine, die zunächst düster beginnt, die ihn dort abholt, wo er sich gerade befindet. Am Tiefpunkt.

Gott ist ein wunderbarer Regisseur. Er fängt den Film seiner Vision für Hesekiel nicht mit Glanz und Gloria an, sondern in Schutt und Asche. Erst kommen die vertrauten, wenn auch schrecklichen Bilder. Erst den Menschen abholen, da wo er oder sie steht. Vorne anfangen, um den Menschen mitzunehmen auf Gottes Weg.

Ein Weg, der in der Hoffnungslosigkeit beginnt und in die Hoffnung führt, die alles verändern kann.

Und damit sind wir beim Pfingstfest. Heute. In einer Welt in der in Israel und im Gazastreifen wieder gekämpft wird. Zerstört. Es ist düster. Dort und an vielen Orten der Welt.

Aber nicht nur an den Kriegsplätzen ist es trostlos und hoffnungslos. Für so vieles finden wir Menschen gerade nicht den nötigen Mut, um Dinge wirklich zu ändern, die dringend verändert werden müssten. Was ist mit unserem Klima? Was ist mit dem Hunger in der Welt und dem Überfluss? Was ist mit dem Zuvielvonallem und dem Zuwenigzumleben?

Trostlos und hoffnungslos.

Tja und bei mir? Hat sich auch da die Hoffnungslosigkeit schon breit gemacht? Wie soll es nur weitergehen mit dem Job? Mit dem kranken Partner? Den Schulden? Den Fehlentscheidungen. Den Sorgen um die Tochter? Was auch immer? Manchmal kann einen das Leben ziemlich hoffnungslos zurücklassen. Ratlos. Fast schon teilnahmslos, weil alles so düster erscheint.

Pfingsten – es ist bester Frühling. Die Rosen blühen. Die Natur ist bunt und prall. Überhaupt nicht düster. Wie kann ein Text an Pfingsten so düster sein?

Damit der Kontrast noch besser sichtbar wird. Gott holt uns da ab, wo wir am Tiefpunkt sind und führt uns darüber hinaus.

Die Gebeine werden lebendig. Das ist es, was Hesekiel in seiner Vision zu sehen bekommt. Leben entsteht. Neues Leben. Gottes Geist macht lebendig. Führt heraus aus der Hoffnungslosigkeit.

Das ist Pfingsten. Das Fest der Hoffnung. Der Sieg über die Hoffnungslosigkeit.

Gottes Geist von dem Jesus als Tröster spricht. Als Kraft, die er den Menschen geben möchte, damit sie spüren und erleben, dass Gott immer bei ihnen ist, dieser Geist, will uns Hoffnung geben durch eine Vision. Nicht nur Hesekiel bekommt sie von Gott geschenkt. Auch wir heute durch Hesekiel und diesen Text, den wir gehört haben. Gott ist mächtiger und größer als die größte Trostlosigkeit.

Das soll der Mensch wissen.

Dort wo Gottes Geist ins Leben hineinweht, dort werden neue Visionen entstehen, die der Hoffnungslosigkeit entgegentreten. Trostlose Orte. Trostlose Situationen.

Zeiten der Not und der Trauer. Der Klage und der Verzweiflung wird es geben in einem Menschenleben, aber durch Gottes Geist wird es Hoffnung geben in größter Not. Weil Gottes Geist die Kraft gibt, neue, hoffnungsvolle Bilder zu erschaffen, die uns durch die Trostlosigkeit bringen. Doch nicht nur das. Visionen sind nur dann gut, wenn sie helfen, Schritte zu wagen. Wenn sie Mut machen, etwas zu riskieren. Wenn sie inspirieren und mich nach vorne werfen. Wieder auf die Beine stellen. Mich in Bewegung setzen. So entsteht Hoffnung. Und mit jedem Schritt neue Hoffnung.

Die Klage, der Verzweiflungsschrei, habe ich mal gelesen, ist nicht das Schlimmste. Das Schlimmste in der Not ist die Hoffnungslosigkeit. Und dagegen setzt Gott diese Worte, die wir von Hesekiel gehört haben. Worte, die Gottes Heiligen Geist beschwören. Heute feiern wir diesen Geist, den Gott allen Menschen schenken will. Bitten wir um ihn für uns und unser Leben. Dass dieser Geist in uns lebendig wird. Eine lebendige Hoffnung schenkt. Und damit die Kraft unser Leben nach vorne zu leben. Im besten Sinn. Gottes Kraft wirkt in uns und wir müssen nicht aus eigener Kraft heraus leben. Gottes Geist ist die Kraft, die alles bewirkt. Amen