Applaus, Applaus
Was könnte ich heute tun, um Frieden zu schaffen? Vielleicht einfach mal ans Mikro gehen!
Was könnte ich heute tun, um Frieden zu schaffen? Vielleicht einfach mal ans Mikro gehen!
Echt gute Landung. Perfekt setzt die Pilotin die Maschine auf. Kaum aufgesetzt, ergreift die Chef-Flugbegleiterin das Wort, sie sagt: „Nach 10 Stunden Flugzeit sind wir gelandet. Sie alle haben einen Grund für diese Reise. Sie haben vielleicht Freunde besucht oder die Familie oder tun das jetzt. Sie bringen Erlebnisse mit und wir alle waren die letzten Stunden gemeinsam unterwegs. Der Flug verlief reibungslos. Sie waren tolle Passagiere und eine tolle Crew hat diesen Flug begleitet. Dafür gibt es jetzt einen herzlichen Applaus!“ Und alle applaudierten. Ich weiß nicht bei welchem Training Flugbegleiter so etwas lernen. Ich weiß nur: Durch diese wertschätzenden Worte entstand eine so gute, friedliche Atmosphäre. Alle lächelten. Kein Drängeln. „Soweit es möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden“, heißt es in der Bibel.[1] Die wenigen Worte der Flugbegleiterin waren für mich genau das, was dieser Bibelvers mir mitgeben möchte: Versuche immer wieder Frieden zu schaffen, im ganz Kleinen. Da wo du gerade bist. Es braucht manchmal ganz wenig.
[1] Römer 12, 18
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Ich verstehe nicht, warum in solchen Friedensbeiträgen immer so „Pipifax-Beispiele“ erwähnt werden. Da kommen doch Nichtchristen und Christen sowieso mit klar, wenn alles reibungslos läuft. Der Beitrag ist kein Friedensbeitrag, sondern ein Beitrag, wie man zum Frieden dazu noch eine kuschlige Atmosphäre im Zwischenmenschlichen herstellen kann, also eher ein Beitrag zur weiteren Optimierung.
Wir haben gerade den Fall, dass Geiseln auf brutalste und menschenverachtenste Weise (mit Mehrfachvergewaltigung und dergleichen) genommen worden sind. Wie hier Frieden schaffen? Einfach aufhören zu kämpfen und gut ist???
Wir haben ein Aggressor, der der Ukraine die Unabhängigkeit und unabhängige Allianz-Entscheidungen nicht gönnen will. Wie hier Frieden schaffen?
Ich habe leider im geschäftlichen Bereich den Satz sagen müssen (gegen einen unfairen Aggressor): „Wenn Du Frieden willst, dann treffe Vorbereitungen, als ob ein Krieg bevorstehen würde.“ Das geht dann in die Richtung: Seid schlau wie die Füchse und ohne „Falsch“ dabei. Mit „nicht Falsch“ ist gemeint: Behaltet das Mass ein und überspannt den Bogen (mit dem man später einen Pfeil abschiessen würde) nicht im Vorfeld (und auch nicht im Nachfeld).
Es sind harte Worte, aber top aktuell, wie ich meine. Es gibt einen Frieden innerhalb von „eh friedlich sein“ und es gibt einen Frieden, den man entweder erreicht oder nicht erreicht hat. Es gibt auch Kompromisse übrigens: Der Burg-Friede ist so ein Kompromiss. Dabei ist sogar der verfeindete Zustand fixiert, aber im Bereich der Burg vereinbart man Frieden miteinander, sozusagen wie bei einem Grundgesetz.