Haar für Haar
Jedes einzelne Haar soll gezählt sein. Jedes. Das kann einem selbst gut tun und noch mehr, wenn man für andere verantwortlich ist.
Jedes einzelne Haar soll gezählt sein. Jedes. Das kann einem selbst gut tun und noch mehr, wenn man für andere verantwortlich ist.
Schon wieder, echt? Ich gucke ungläubig. Die Haare meines Sohnes wachsen schneller, als ich gucken kann. Wir seufzen und machen uns ans Haare-schneiden. Ein großes Theater mit Geschrei und Tränen, jedes Mal. Ich halte das brüllende Kind fest, Papa legt los. Mein Sohn hat unglaublich viele und dichte Haare, bald bin ich von ihnen bedeckt. „Jedes einzelne Haar auf unserem Kopf ist gezählt“, steht in der Bibel. Keine Ahnung, wie Gott das macht. Und wozu? Mein Sohn weint dicke Tränen. Ich tröste ihn. Wir wollen doch nur, dass es dir gut geht… Ja, vermutlich will Gott uns genau das auch klar machen. Er sorgt sich, er weiß Bescheid über seine Kinder. Über wirklich ALLES, was uns ausmacht. Große wie Kleine. Ein echt gutes Gefühl, gerade für Eltern, finde ich. Dass da noch jemand ist, der mitsorgt und mitdenkt. Der in schwierigen Zeiten mitfühlt. Habt keine Angst, heißt es weiter in der Bibel, ihr seid Gott so wertvoll. Haar für Haar.
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Der Weg ist interessant: Mutter schneidet Kind die Haare. Jesus predigt etwas, dass sogar unsere Haare auf dem Kopf gezählt sind. Die Jesu-Predigt schreibt jemand auf oder holt sie erst später aus dem Gedächtnis und schreibt sie dann erst auf. Jesus selbst erzeugt keine Schriften direkt. Durch ein kirchliches Auswahlverfahren, darf es in der Bibel bleiben. Mutter verwendet den Text (wie automatisch) als „Gottes Wort“, weil es so in der Bibel gelandet ist. Mutter (als christliche Radio-Sprecherin) weitet die Interpretation aus, dass da jemand mithilft bei der Kindererziehung.
Der Abschnitt «Menschenfurcht oder Gottesfurcht» Matth.10,23-33 enthält diesen Text mit den Haaren.
Ich sage, dieser Textabschnitt ist nur für «Jesu Jünger» gedacht. Ob er für das «Normal-Volk-Gläubige» verwendet werden kann, darf ich zumindest bezweifeln.
Ah – ich bin spitzfindig. Entschuldigung.
Meine Bitte: Schaut, dass die Bezüge stimmen. Kommt nicht mit so vereinfachten Bezügen daher: Weil da was zu Haaren in der Bibel steht, kann ich gleich dem Otto-Normal-Gläubigen vermitteln, dass Gott einen Schutz aufbaut.
Im gleichen Abschnitt steht auch: Fürchtet Euch vor dem, der Leib und Seele verderben kann (nicht nur den Leib). Und dann noch mit dem Hinweis: Leib und Seele (oder besonders die Seele) werden in der Hölle verdorben. Das ist so ein Hammer-Abschnitt, den nicht mal ich interpretieren will, wer da gemeint sein könnte, vor dem man sich nun fürchten soll.
Ah – ich bin spitzfindig. Entschuldigung.
Am liebsten würde ich mal die ganze Bibel nur nach dem durchforsten, was uns als Otto-Normalgläubige definitiv zugesagt wird durch den Glauben an Gott/Jesus.
Ah – ich bin spitzfindig. Entschuldigung.