Nichts geblickt, alles verstanden
Man muss Gott nicht bis in alle Einzelheiten verstehen, um mit ihm etwas zu tun zu haben. Zum Glück!
Man muss Gott nicht bis in alle Einzelheiten verstehen, um mit ihm etwas zu tun zu haben. Zum Glück!
In meinem Freundeskreis gibt es Ängstliche, Mutige, Stille und Laute, Superschlaue, politisch Interessierte und Schöngeister, ganz Treue und etwas Verschrobene. Es ist gut, dass wir alle so verschieden sind. Das macht die Truppe bunt und spannend, aber manchmal auch anstrengend. Wenn ich auf Jesu Freundeskreis schaue, dann gibt es dort auch die unterschiedlichsten Typen. Einer von ihnen heißt Philippus und in der katholischen Kirche wird heute (Mittwoch, 3.5.) besonders an ihn gedacht. Heute ist sozusagen: sein Tag. Nun wird Philippus in der Bibel nur selten erwähnt und meist im Zusammenhang damit, dass er etwas begriffsstutzig ist. Er versteht eigentlich gar nicht so richtig, was dieser Jesus da macht. Trotzdem bekommt er heute einen Ehrentag. Weil er etwas tut, das bewundernswert ist: Er begreift zwar nicht, was vor sich geht, aber er spürt, dass in der Gemeinschaft mit Jesus Menschen berührt werden, heil werden, etwas finden, das ihnen guttut. Und so macht er es sich zur Aufgabe, die Menschen zu Jesus zu bringen, damit sie das erleben können. Für ihn heißt Glaube: anderen Gutes tun. Sie mit Jesus bekannt machen, um zu erleben, was vielleicht tatsächlich unbegreiflich ist: dass Gott zu jedem Menschen kommen möchte; seine Freundschaft anbietet und bereit ist, alles für diese Freundschaft zu geben.
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Ich war mal in einer grossen Schweizer Firma beschäftigt.
Dort gab es ein Mitglied des Verwaltungsrats. Der schaute immer ein wenig nachdenklich und wirkte ein wenig gedankenversunken.
Der top CEO hingegen war souverän, selbstsicher und wirkte wie ein guter Monarch.
Dann sprach ich mal mit seiner Sekretärin beim Essen und sie lobte ihren nachdenklichen Chef, dass er sich sehr viele gute Gedanken macht und weil er so viel denkt, wirkt er leider so, als ob er es nicht blicken würde, was los ist und wohin die Reise gehen soll.
Ja es ist toll sich die einzelnen Charaktere der Bibel anzuschauen, um dann festzustellen: Oh ich bin da ja wie Thomas oder wie Petrus oder wie Philippus (oder ich bin womöglich in einer Situation wie Pontius Pilatus (das Schreckliche muss passieren!)).
Wichtig ist aber auch, was diese Menschen vom Glauben erwarteten und ob wir über das hinausgehen, was sie erwartet haben?
(Bei dieser Firma regiert eine graue Führungspersönlichkeit, die (scheinbar) skrupellos entlassen konnte: Diesen Nachdenklichen, diesen guten Monarchen, mich, meinen Chef, seine ganze Abteilung und den Chef von meinem Chef. Das nur nebenbei erzählt. Ja das macht nachdenklich.)