Schutz für oder vor?

Was gilt es zu schützen? Welche Werte wollen wir als Gemeinschaft leben?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Flüchtlings-Politik ein schwieriges Thema.
    Sehen wir uns erst die Extrempositionen an: Volle Abschottung oder voll die Tür aufmachen und alles reinlassen, was Schutz sucht.
    Sehen wir uns Zwischen-Lösungen an: Nur das reinlassen, was als Arbeitskraft auf unserem „Markt“ brauchbar ist oder voraussichtlich brauchbar wird?
    Weitere Möglichkeit: Wir lassen nur das rein, was zu unseren Werten passt, also zu unserer Europäischen Kultur. Aber was ist Europäische Kultur? 30-jähriger Krieg, positiv oder negativ zu werten? Auslöser von 2 Weltkriegen gewesen zu sein, positiv oder negativ zu werten?
    Grundsätzlich ist Europa als Landfläche einfach ein Lebensraum, der wenig Erdbeben hat und wenig Dürren und interessante Leute – Kultur hat.
    Nun zu christlichen Werten: Kann und soll man damit Politik machen? Politik muss anhand der Mehrheitsmeinungen des Volkes Entscheidungen treffen und kann oft sehr wenig total gute und richtige Entscheidungen treffen, das geht schon systemisch nicht. Politik und gerade Demokratie-Politik muss immer Unzufriedenheit von bestimmten Interessensgruppen übriglassen und sogar bewusst aushalten.
    Die Menschen, die flüchten, haben oft in ihren Ländern nicht für eine Veränderung gekämpft, sondern sie sind geflüchtet vor den Missständen im eigenen Land. Ganz klar sind da kleine und grosse Betrüger dabei. Auf Probleme zu reagieren, wie macht man das? Drei Hauptstränge gibt es: Kampf, Flucht oder Aushalten.
    Jesus war eher der Aushalten-Vormacher. Als Sohn Gottes hat er Trümpfe in der Hand, die kein anderer Mensch (mit Auferstehungs-Qualitäten) hat, deshalb konnte er auf Flucht verzichten (auf Flucht vor der Gefangennahme durch die Römer). Man kann daraus wenig ableiten für den Otto-Normal-Bürger. Religiös könne ich dem Otto-Normal-Gläubigen einreden, er sei wie Jesus prädestiniert von Gott – ja und dann? Kämpfen, Flüchten, Aushalten, Politik kritisieren?

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„Aus Flüchtlingsschutz droht Schutz vor Flüchtlingen zu werden“ mahnt die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Annette Kurschus und ich gebe ihr recht! Der Pläne der EU das Europäische Asylsystem zu verändern, gehen meist in die gleiche Richtung. Wir schotten uns ab, kriminalisieren Schutzsuchende und verletzen so oft Menschenrechte von Hilfsbedürftigen. Jetzt kann man sagen: Geht halt nicht anders. Oder wir gehen die Sache wirklich anders an. Die Welt brennt an so vielen Stellen, Hilfesuchende kommen, das wird sich so schnell nicht ändern. Also braucht es sichere und legale Wege in die EU und einen klaren Verteilschlüssel, der diese Herausforderung fair auf die Europäische Gemeinschaft verteilt. Das wird keine leichte Aufgabe, aber sie wird sich nicht von allein erledigen. Und wenn wir die Sache schon angehen, warum dann nicht auf Grundlage unserer zumeist christlichen Werte. Diese fordern einen respekt- und würdevollen Umgang mit anderen, vermeiden so viel Unfrieden und befördern stattdessen ein friedliches Miteinander.